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Surlet de Chokier
zur Regentschaft vorgeschlagen, S. und Felix de Merode. S. erhielt die Stim-menmehrheit und ward am 26. Febr. 1831 feierlich eingesetzt. Er leistete den Eid,das Grundgesetz zu beobachten und die Ausschließung deS Hauses Oranien zu hand-haben. Ein Thron, von den Rationalsahnen umgeben, war aufgerichtet, undder Präsident des CongresseS, Gerlache, lud den Regenten nach dem geleistetenSchwüre ein, sich niederzusetzen; S. aber hielt stehend seine Anrede, worin ersagte; „Ich füge hinzu, daß ich durch den eben geleisteten Eid die Nationalunab-hängigkeit zu erhalten verspreche, und ich wiederhole diese Zusage; nie, nie werdeich weder unmittelbar noch mittelbar oder durch Schwäche dazu beitragen, die Un-abhängigkeit unsers Vaterlandes auszugeben. Sollten die Ereignisse, starker alsunsere Macht, anders verfügen, so werde ich meine Gewalt niederlegen und alsschlichter Bürger dem gebieterischen Gesetze der Nothwendigkeit mich unterwerfen,aber als Beamter deS Staats nie." AIS er nach dieser feierlichen Sitzung heim-kehrte, wollten einige in den Septembertagen Verwundete die Pferde ausspannenund seinen Wagen ziehen; S. aber stieg schnell aus, nahm den Regenschirm einesihm nahe stehenden Bürgers an und ging mit raschen Schritten durch den Park,wohin die Menge jubelnd ihm folgte, nach seiner neuen Wohnung. Gleich nachseiner Einsetzung bestätigte der Regent das bisherig- Ministerium, das er aberam 26. März größtentheils veränderte, bis im Mai und Jun. neue V.ränderun-gen stattfanden. (S. Belgien.) Obgleich die verwickelten Angelegenheiten sichvon außen günstiger zu gestalten ansingen, so konnte doch S. sich von der Entmu-thigung, die er von Paris mitgebracht hatte, nicht erholen.' Er schien sich oft un-ruhigen Zweifeln hinzugeben, und ergriff mit Eifer den Gedanken, den Prinzenvon Sachsen-Kodurz aus den Thron zu setzen. Zn dem Schreiben vorn 6. Zun.1831, worin er dem Prinzen das Ergebniß der Wahl meldete, sagten; „DieBelgier rechnen darauf, daß Sie Ihre wirksamen Anstrengungen mit den Bemü-hungen des Bevollmächtigten der Regierung vereinigen werden, um von den Ge-sandten bei der londoner Conferenz die Anerkennung unserer wohlbcgründetcn Rechtezu erlangen. ES ist das erste Unterpfand, das wir von Ihrer Liebe gegen das Voltzerwarten. Dieses verkannte, im Auslande verleumdete Volk wird Eurer königli-chen Hoheit, wenn Sie den Thron bestiegen haben, beweisen, das es eines bessernSchicksals werth ist als dasjenige, das man ihm bereiten zu wollen scheint, wel-chem es aber sich nie zu unterwerfen entschlossen ist, obgleich bereit, der Erhaltungdes allgemeinen Friedens alle Opfer zu bringen, die mit seiner Ehre und der Sicher-heit seines Bestehens als unabhängiges Volk vereinbar sind. Ich halte eS fürmeine Pflicht, Eurer königlichen Hoheit zu sagen, daß von dem schnellen Gangeder Unterhandlungen das Schicksal Belgiens und vielleicht die Ruhe Europas ab-hängt. Auch bin ich überzeugt, wie hochwichtig cS ist, daß die Conferenz sorgfäl-tig vermeide, ein edleS Volk zur Verzweiflung zu treiben, das so viel gethan hat,seine Verfassung im Einklänge mit den übrigen europäischen Regierungen zu ord-nen, und durch die Wahl Eurer königlichen Hoheit eben einen neuen Beweis da-von gibt. Ich sage eS unbedenklich, sollten gegen alle Erwartung und trotz IhrenBemühungen seine Anerbietungen verschmäht oder zurückgewiesen werden, so würdees kein anderes Heil für sich sehen als zum Schwerte zu greifen. Es ist Eurer1 königlichen Hoheit aufbewahrt, den Sturm zu beschwören und von unsern Häup-tern die Leiden abzuwenden, die uns bedrohen und die über ganz Europa sich ver-breiten würden." Nachdem der Prinz Leopold (s. d ) am21. Jul. seinen Ein-zug in Brüssel gehalten hatte, legre S. in der feierlichen Sitzung unter freiemHimmel seine Gewalt in die Hände deS Präsidenten deS CongresseS nieder. Erhat sich während der Dauer fliner Regentschaft unter ungewöhnlich schwierigenUmständen als ein redlicher Bürger und als ein edetmüthiger Mensch gezeigt undi sich die Zuneigung des Volkes in hohem Grade erworben. Zn der Sitzung vom