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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
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Surlet de Chokier

gliedern der zweiten Kammer ausgezeichnet. Wir finden ibn später unter den Mit-gliedern der Provinziaistände LimburgS. Der Geist der Opposition gewann zwarnach und nach in und außer den Kammern mehr Kraft und Spielraum, aber manwar in Belgien im constltutionnellc» Leben noch so weit zurück, daß ein Brief, ^welchem sich S. den Provinzialständen LimburgS bei den Wahlen von 1818MCandidak empfahl, großes Aufsehen erregte. Dieser Brief, der in allen AeitschHken erschien, enthielt ein politisches GlaubensbekennlniK, damals etwas knerhor,tes in Belgien. S. wurde mit einer bedeutenden Stimmenmehrheit gewähltwelche die Opposition als einen Triumph ansah. Nach der Wahl dankt- S. tzj-'neu Mitständm und schloß mit den Worten t krn rege saepe, pro patria-em-I>er. In den Sitzungen der Kammern von 1828 30 gehörte er mit Ch. b,Brouckere, Lehon, Staffart und Andern zur Opposition, unterstützte kräftig diedurch Beschwerden veranlaßten Bittschriften und drang besonders auch auf Preß-freiheit. Seine stets niedergeschriebenen Reden zeichneten sich durch scharfe Estinund Originalität aus, ohne jedoch in Persönlichkeiten überzugehen. Die merkwür-digste seiner Reden war die am 18. Mai 1830 gehaltene, welche in Beziehung aufdie königliche Botschaft vorn 11. Der. 1829 (s. Belgien) mit den Worten schloß tIch sage es Ihnen ohne Leidenschaft, ohne Schmeichelei, eS ist nicht erlaubt, dieRegierung verhaßt zu machen, weil eS das Interesse Aller ist, daß sie dauernd seiund sich befestige; aber ein Ministerium kann verändert werden, und dem Himmelsei Dank, ich hoffe, es wird verändert werden, und wenn wir die Überzeugunghaben, daß es die Freiheit in unsern constitutionnellen Einrichtungen bedroht, sokönnen wir das gerechte MiStraurn deS Königs gegen dasselbe aufrufen; wir sinddazu berechtigt, ja verpflichtet." Ehe noch der AuSgang des Kampfes in Brüsseldie Möglichkeit eines gütlichen Vergleichs abgeschnitten hatte, begab sich S. mitden übrigen Abgeordneten der südlichen Provinzen nach dem Haag, bestand jedochauf Trennung beider Länder hinsichtlich der Verwaltung. Er verließ den Haagin den ersten Tagen des Oct. und ward am 5. desselben Monats von dem Prinzenvon Oranien zum Mitglieds seines in Antwerpen gebildeten Raths ernannt, anwelchem jedoch kein Belgier mehr Antheil nahm. Der Bezirk Haffelt wählte S.zum Mitglied des NationalcongresseS. Am 1 l. Nov. ward er Präsident der Ver-sammlung, und er behauptete hier seine Stellung mit so viel Würde, daß er beiden verfassungsmäßig in jedem Monat erneuerten Wahlen stets wieder ernanntwurde. Es muß anerkannt werden, daß sich S. durch sein imponirendeS Ansetzn,seinen Muth und seine Geistesgegenwart in de» vielen kritischen Augenblicken jenerersten Bolksaufregung als würdiger Präsident erschienen ist. Er wußte oft durchgleichgültig ausgesprochene, scherzhaft beißende Bemerkungen, die meist ganz uner-wartet kamen, den heftigen Verhandlungen in der Kammer eine andere Richtungzugebe»; man lachte und alles gewann eine gemäßigtere Stimmung. BeidenVerhandlungen über die Königswahl stimmte er für den Herzog von Nemours undwar an der Spitze der nach Paris gesandten Abgeordneten. Als er nach seiner Rück-kehr in die Mitte des Congresses Bericht von dem Erfolge feiner Sendung erstat-tete, erinnerte er an die Ermahnung, die Ludwig Philipp durch ihn an die B'lglelergehen ließ, einig zu bleiben, und er setzte hinzu:Einkracht gibt Macht. Wennwir je diesen erhaltenden Grundsatz aus den Augen verlören, so müßten wir erwar-ten, überfallen, zerstückelt, getheilt zu werden. Um solchen Drangsalen vorzu-beugen, wiederhole ich die Bitte, daß Sie fortdauernd mit gleichem Eifer über die

Erhaltung unserer Freiheit und der Gesetze, welche sie uns sichern, wachen, undsich nicht trennen mögen, ehe Sie der Wohlfahrt deS Vate-landes eine feste Grund-lage gegeben haben." Man fühlte immer mehr die Nothwendigkeit, die Consiitu-lion in Vollziehung zu setzen, da die provisorische Regierung bei der herrschende»Aufregung dein Staate keine sichere Bürgschaft gab. Es wurden zwei Eandidat-n

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