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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
589
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Surlet de Chokier 589

sein Freund und Schmugglergefährte aber, um sich an Cadi; zu rächen, holt ausAfrika das grlbe Fieber und theilt es den Spaniern mit. Keruck, der Held der zweitenErzählung, ist ein Seefahrer undSecräuber aus Bretagne, welcher unter andern Mis-sethaten scincrGcliebten einen Dolchstoß Versetzhund zu seinem Vergnügen die Städteund Dörfer am Ufer aufbrennen läßt, sich aber zuletzt ein gemächliches Leben verschafft,von Allen geachtet wird, und dem Pfarrer große Almosen hinterläßt zum Besten seiner> Seele. Seine Geliebte, nachdem sie sich vom Dolchstoße erholt hatte, wird von einerKanonenkugel in zwei Theile zerrissen und ihr Körper stopft ein Loch im Boden desSchiffs, welches nahe daran war, sich mit Wasser zu füllen. In dieser letzten Er-zählung offenbart sich die bittere Ironie, welche der wilden Dichterphantasie S.'Seigen zu sein scheint, und man hätte diesen Versuch für einen bloßen Scherz haltenkönnen, wenn nicht derselbe Hohn der Menschheit in seinen folgenden Romanenwieder erschienen und sogar in seinen Vorreden auf gewisse Art gerechtfertigt wordenwäre. Auch die Vorrede zu?iilr et klok" stellt einen sonderbaren Grundsatz aus,den man auch für Ironie zu halten geneigt sein könnte. Er behauptet, zur Be-förderung des Seewesen« sei eine Marineiiteratuc nothwendig und Napoleon würdeeine weit bessere Flotte gehabt haben, wenn er Verdichter aufgemuntert hätte, mi-die Schlachten- und Siezesdichtcr. Übrigens sieht nian, daß S. besonders durchdes Nordamerika»»« Cooper Romane zur Schilderung der Austritte zur See ange-regt worden ist. AufLlilr et Linie" folgte 1832 der RomanAtar-6,,N"(deutsch, Leipzig 1832), worin ein Skiavenhändl-r als ein guter Hausvater dar-gestellt wird. Hier ist das Gräßliche und Lasterhafte mit den lebhaftesten Farben aus-gemalt. Dann folgte in demselben Jahret.e Sulamnnelro", wiederum ein Seege-mälde, in welchem die Tugend erbärmlich verkümmert wird, indeß das Laster stolzund siegreich auftritt. In der Vorrede zu diesem Romane spricht sich der Dichterdarüber mit seiner gewöhnlichen Ironie aus. Im menschlichen Leben, behaupteter, liege die Tugend meist unter und das Laster gedeihe, und es müßte so sein,damit wir unsern Glauben an eine bessere und gerechtere Zukunft bewahren. AmEnde desselben Jahres erschien noch von ihm6<rrsc«utclnr", auch lieferte er einenBeitrag zu demI,irre <Ies contenrs", der wiederum wie eine Persiflage aussah.Sein neuester Roman istI-n vigie <io Lo-rt-Von" (4 Bände, Paris 1833).S. ist besonders in der Schilderung schreckhafter Scenen meisterhaft, aber Cha-rakterschilderung ist seine Sache nicht; er malt lieber Naturerscheinungen odermenschliche, besonders gräßliche Auftiitte. Man sieht ihn in Frankreich als denBegründer einer neuen Art von Romanen, des Vornan maritime, an. (25)Surlet de Chokier (Erasmus Ludwig, Baron), ehemaliger Regentvon Belgien, ward am 27. Nov. 176g zu Lüttich geboren, in einer Familie, dienach Einigen von dem alten Hause Surlet abstammt, wogegen Andere behaup-ten, der Name Surlet sei mit dem Geschlechtsnamen de Chokier verbunden wor-den; soviel aber ist gewiß, daß S. nicht, wie vielfältig behauptet worden ist, seinenAdel erst von dem König Wilhelm erhalten hat. Unter der französischen Regierungwar er Maire zu Ginglom bei St.-Trond. Seit 1" 98 kam er häufig nach Paris,wo er mit einigen angesehenen Holländern Verbindungen anknüpfte. Von186V 12 war er Mitglied des großen Raths und in den Sitzungen von 1812j bis zum 3V. Mai 1814 Mitglied des gesetzgebenden Körpers. Als nach Napo-, leon's Sturz Belgien mit Holland zu einem Staate vereinigt ward, erhielt S.

! durch die Wahl des Königs, dem die neue Verfassung das Recht beilegte, für die" erste Sitzung der zweiten Kammer die Mitglieder zu ernennen, einen Sitz in dieserVersammlung. Er blieb in diesem Verhältnisse bis 1818, wo er nicht wieder ge-wählt wurde, und man hat behauptet, eS sei dem Einflüsse der Regierung, die mitihm nicht mehr zufrieden gewesen, gelungen, ihn zu entfernen. Er hatte sich jedochbereits ehrenwerth hervorgethan, und sich besonders unter den unabhängige» Mit-