Sucre 587
grüßt, um 30. Oec. einrückt». Nachdem er den von dem mühseligen und gefahr-vollen Feldzuge erschöpften Truppen eine 14tägige Ruhe gestattet, sie neu gekleidetund mit dem Nöthigen ausgerüstet hatre, marschirte er »ach Perus südwestlicherProvinz Puiio, in dessen Hauptstadt er am 1. Febr. 1825 eintraf, dann zog erüber den DeSaguadero »ach la Paz, wo er am 11. März anlangte, und begab sichüber Potosi nach Oberperus Hauptstadt Chuquisaca; überall auf seinem Marschewurde er als Sieger und Besrei-r begrüßt. Der letzte spanische General, Olaneta,der Widerstand versuchte, wurde am 1. Apr. von seinen eignen Leuten bei TumuSlagetödtet, und so war die spanische Macht auf dem südamerikanischen Festbinde ver-nichtet. General S., durch besten Sieg bei Apacucho und durch dessen meisterhaf-tes Verfolgungsmanöver Peru gerettet und die Freiheit Südamerikas gesichertwurde, stand jetzt auf der höchsten Stufe seines Ruhms. Bolivar, der von Limabis Chuquisaca das Land im Triumphe durchzog, gab S. außer andern bedeuten-den Belohnungen den Titel eines Großmarschalls von Apacucho. Oberperu,das sich nun nach Bolivar Bolivia nannte und aus der Hand des Befreiers eineConstitution annahm, erwählte nach dem 76. Artikel derselben den General S.zum Präsidenten auf Lebenszeit, welcher die Stelle unter der Bedingung annahm,daß er 2000 Mann colombischer Truppen in seinem Dienste behalten dürfe. Abernicht lange ertrug der junge Freistaat Bolivia den MilitairdespotiSmus, den S.und seine Untergeordneten ausübten. Schon am Ende des Zahres 1827 brachenUnruhen aus und in Paz empörten sich die colombischen Truppen, das Beispielihrer Waffengefährten in Peru nachahmend, unter Leitung des OberstlieutenantsGuerra gegen S. Dieser eilte aus der 45 Meilen entfernten Hauptstadt herbei,gewann mit 14,000 Piastern die Reiterei für seine Sache, unterdrückte den Auf-stand und gab die Stadt der Plünderung preis. In dem heftigen Gefechte wurde S.so gefährlich am linken Arme verwundet, daß er ihm abgenommen werden mußte.Noch schwer an seiner Wunde leidend, kehrte er mit seiner colombischen Reitereinach der Hauptstadt Chuquisaca zurück; aber am 18. Apr. 1828 brach hier selbstein Aufstand; aus die colombische Reiterei wurde aus der Stadt geschlagen undder Präsident S. verhaftet. Ihn befreite der Commandant von Potosi und nahmihn mit sich nach dieser Stadt. Als Gamarra, General der peruanischen Truppen,der unter S. in der Schlacht bei Apacucho gefochten, von den Unruhen in Boliviahörte, rückte er sogleich über den Desaguadero gegen la Paz und Oruro vor, unterdem Vorwande, daß er von angesehenen Boliviern dazu aufgefodert worden sei,um das Leben des Präsidenten, des tapfern Generals S., zu retten. S. antwor-tete ihm am 20. Mai von seinem Krankenlager in Potosi und bemerkte, daß keineamerikanische Nation das schändliche Beispiel der Intervention geben, noch we-niger nach Art der Tataren sich Einbrüche erlauben sollte, indem, wenn Europamerke, daß die südamerischen Volksrcchte nur auf der Spitze der Baponnete ruhen,es nicht zaudern würde, Gesetze vorzuschreiben und über das Schicksal der Freistaa-ten zu verfügen. Den zwischen Bolivia und Peru ausgebrochenen Feindseligkeitenmachte der Friedensverlrag vom 6. Zul. 1828 ein Ende. S. kehrte am 1. Aug.von Potosi nach der Hauptstadt zurück und dankte in dem versammelten Congresseab; aber die Erbitterung des Volkes gegen die colombische Militairhcrrschast warso groß, daß er sein Leben nur durch die schnellste Flucht retten konnte. Er begabsich nach Peru, und ward in Lima von dem Präsidenten Lamar, der ebenfalls beiApacucho unter ihm eine Division anführte, freundlich behandelt, obgleich damalsder Krieg zwischen Colombia und Peru bereits ausgebrochen war. S. schiffte sicham 10. Sept. auf ein nordamerikanisches Schiff in Callas ein, landete in Guapa-quil und langte schon am 15. Nov. in Bogota, Colombias Hauptstadt, an. DerDictator Bolivar ernannte ihn zum Oberbefehlshaber der gegen Peru inS Feldrückenden Armee, bei welcher S. im Febr. eintraf und das Obercommando übernahm.