Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
586
Einzelbild herunterladen
 

588

Sucre

sensive zu ergreifen. Die Spanier rückten in überlegener Anzahl unter der Anfüb-rung La S-rna's aus Cuzco aus; S. vereinigte seine Truppen bei Lambrama, w»er bis zum 7. Nov. blieb und dann seinen bewunderungswürdigen Rückzug üb,,ungebahnte Berge und Schluchten durch Andahuaplas nach Guamanga antra«,wo aber die ihn verfolgenden Spanier noch vor ihm eintrafen. Dennoch setznseinen Rückzug fort, langte am 30. Nov. in ChincheraS an und ließ dann die Ar-mee durch die Schlucht bei Pomacochas ziehen, in welcher sie bis zum Dorfe M,-tara ihr Generaldepot, ihr Feldgeschütz bis auf einen Merpfünder, fast alles Ge-päck und gegen 500 Mann einbüßte. S. erreichte dennoch mit seinen Truppe»die Pampa Apacucho bei dem Jndianerdorfe Qurnoa, eine beinahe viereckig ge-staltete Ebene, die etwa eine Legua im Umfange hält und auf beiden Seiten vontiefen und rauhen Felsenschluchten umgeben ist. Die Spanier nennen sie Rinn»de los Muertos, Todtenschlucht. Die Mannschaft der Patrioten war im höchstenGrade ermattet und muthlos; aus Mangel an Beschlag war ein großer Theil dirCavaleriepserdc unbrauchbar; Hufeisen oder Nagel waren um keinen Preis zu er-halten; auch fing der Mundvorrath an zu mangeln und der Jndianerdistritt Hu-anta war gegen die Patrioten gewonnen. Alles schien, wie der General Miller,der selbst an dem Feldzuge Theil uahm, in einem Berichte sagt, auf den Untergangder Armee der Jndependenten hinzudeuten und es war nicht wahrscheinlich, daßFeldherrnkunst sie retten würde. Aber das Genie zeigt sich in den schwierigstenLagen am glänzendsten. Der Vicekönig besetzte mit seiner 8500 Mann star-ken Armee am 9. Der. 1824 die Höhen, nordöstlich von der Stellung derPatrioten, welche in der Ebene aufgestellt waren, den Feind in der Fronte,das Dorf Quinoa im Rücken; den rechten Flügel bildete Cordova's Divi-sion, den linken Lamar's, das Centrum hielt die Reiterei unter Miller und dieReserve bildete Lara'S Division; die Artillerie bestand in einem Vierpfünder, dervor der Fronte aufgestellt war. Der Vicekönig griff um 10 Uhr des Morgens an,indem seine Armee von der Höhe nach der Ebene herabstieg; S. ritt längs seinerLinie hin, redete jedes Corps mit feurigen Worten an, erinnerte an alte Thaten,und daß von den Thaten dieses TageS Südamerikas Schicksal abhänge.Gewißkrönt noch ein Tag des Ruhms eure dewunderungswürdige Beharrlichkeit!" riefer den Kriegern zu, und begeistert antworteten sie mit einem allgemeinen Viva!Dann befahl S. der Division Cordova mit zwei Regimentern Reiterei vorzu-rücken; der tapfere Cordova stieg vom Pferde, stellte sich vor die Fronte seiner Di-vision, bildete vier Parallelcolonnen, mit der Reiterei im Awischenraum, dannschwenkte er mit der linken Hand den Hut über den Kopf und rief:Lrleiante,Paso lia vsocecivre«!" (Vorwärts im Siegesschritt!) In schönstec-Ordnungwurde der Angriff ausgeführt; im Anfange standen die Spanier, deren Colonnennoch nicht geordnet waren, fest und voll Selbstvertrauen; einige Zeit schwankteder Sieg, da brach der Oberst Silva mit den colombischcn Lanzenreitern in dieSpanier ein und entschieden war das Glück des TageS. In einer Stunde warendie Ropalistcn gänzlich geschlagen; gegen 1500 waren getödtet, 700 verwundet,16 Generale, darunter der Vicekönig, über 500 Offiziere und 3200 Mann wur-den in Folge einer abgeschlossenen Capitulation kriegSgefangen; zugleich verpflich-teten sich die Spanier, ganz Peru bis an den Desaguadero zu räumen, alle feste»Plätze abzugeben und sich nach Spanien einzuschiffen. Durch diese glänzendeSchlacht von Apacucho war die Befreiung Südamerikas von dem Joche der Spa-nier entschieden; General S. hat die gerechtesten Ansprüche auf dieses Verdienst,denn der Sieg war kein bloßer glücklicher Zufall, sondern das Ergebniß der ent-schlossensten Tapferkeit und eines unwiderstehliche», im rechten Augenblick gefaßtenund energisch ausgeführten Angriffs. Von Apacucho zog S. mit seiner siegreich"Armee nach dem schönen Cuzco, wo er, von dem allgemeinen Jubel des Volkes de-

iidll

§rli

.

üik

>.1>!

ptl

dE

u!

!lj,!

U

l!«

>i>»

i«

ists-!«-! «es«lidesitiki

k>!' »!! «ei

«i«

s,

»>

d»

t«

«i

l'I

h,

s»

l *>!>>I