Sucre 585
bei Barbacoa guf dem stillen Mrece ein, eroberte im Mai 1821 die wichtige Ha-fenstadt Guayaquil und besiegte die vordringenden Spanier in der Nähe dieserStadt. So gründete S. seinen Ruf als Anführer und gewann das Zutrauen derPatrioien, die gern unter ihm dienten. Er überstieg mit seiner Division die Anden,um die von Quito nach Peru führende große Hauptstraße zu gewinnen, wurde aberoort bei Huachi von den an Reiterei weit überlegenen Spaniern am 12. Sept.1821 völlig geschlagen; doch gelang es ihm, einen vortheilhasten Waffenstillstandabzuschließen; er zog sich nach Guayaquil zurück und bewirkte dort die Vereinigungmit den peruanischen Truppen des Generals Andreas de Santa Cruz. So ver-stärkt, rückte er wieder gegen das reiche Quito vor, schlug am 7. Apr. 1822 denspanischen General Murgeon bei Huaco am nördlichen Fuße des Vulkans Pichincha,trieb am 27. Apr. die f.indliche Reiterei aus Riobamba und bereitete so den am21. Mai rühmlich erfochtenen Sieg am Vulkan Pichincha vor, in dessen Folgedie Hauptstadt Quito in die Hände der Patrioten fiel, die ganze Provinz von denSpaniern grräumt und der Befreiungsarmee der Weg von Colombia nach Perugeöffnet wurde. Im März des folgenden Jahres schiffte sich S. mit 3000 Man»colombischer Hülfsiruppen von Guayaquil nach Peru, in dessen Hauptstadt Limaer im Apr. mit seincm Heere einrückte und zugleich als Bolivar's Bevollmächtigter,den Peru, von den Noyalisten gedrängt, um Hülfe angerufen, an den Staatsgc-schäftcn eifrigen Antheil nahm. Als es den Spaniern gelang, Lima wieder zu be-setzen, wurde der schon vorher zum Oberbefehlshaber der republikanischen Truppenernannte S. zum höchsten Militairoberhaupt erhoben, und erhielt eine fast unbe-schränkte Gewalt, die er auch zu behaupten wußte. Er hatte sich mit dem Congreßund den Truppen nach der Hafenstadt Callao zurückgezogen, behauptete sich undzwang durch Unterstützung des bei Lara stehenden Generals Santa Cruz den spa-nischen General Canterac, Lima am 17. Jul. zu räumen und nach Huaniavelicazu ziehen, um den von Feinden bedrohten Punkten näher zu sein. Nach der Be-freiung LimaS stellte sich G. selbst an die Spitze der Expedition im Süden, segelteam 20. Jul. von Callao ab und landet- im Aug. mit seinen Truppen bei Quilca.Der General Santa Cruz, auf den eignen Ruhm eifersüchtig und nicht geneigtsich S.'s Oberbefehl zu unterwerfen, drang, durch einige von dem englischen Offi-zier, General Miller, erfochtene Vortheile ermulhigt, über die Andcnkettc in Ober-peru «in, konnte sich aber nicht halten und verlor auf seinem Rückzüge am Orurofast alle Truppen. Auch S. war durch das Vordringen der Spanier genöthigt,sich im Anfange des Oct. 1823 in Quilca wieder einzuschiffen und nach Callaozurückzusegeln, wo bereits Bolivar angekommen war und die Regierung in Limaübernommen hatte. Großen und wohlverdienten Ruhm erwarb S. durch dieGeschicklichkeit, Gewandtheit und Ausdauer, mit welcher er als Chef des Ge-neralstabs den Übergang der 10,000 Mann starken, unter Bolivar's unmittel-barem Oberbefehl stehenden vereinigten colomdisch - peruanischen Armee über dieAndenket» bei Pasta leitete. Nach dem glücklichen Gefechte bei Junin am3. Aug. 1824 folgte die Armee der Jndepcndenlcn aus der östlichen Seiteder Anden den fliehenden Spaniern nach und erreichten am Ende dcS Sept.den Pacachacafluß; hier im Herzen Perus verließ Bolivar die 'Armee, um dieRegierungsangclegenheiten in Lima zu besorgen, und übertrug dem General S.den Oberbefehl. Das Hauptquartier der Patrioten stand in Challuanca, 24 Le-guas südwestlich von Cuzro, Perus zweiter Hauptstadt; hier hielt S. in den erstenTagen des Oct. einen Kriegsrath, an welchem die Generale Lamar, Lara undMiller Theil nahmen. Bolivar hatte befohlen, daß das Heer Cantonirungen beiAndaguaylaS und Abangay beziehen sollte; dies wurde von dem Kriegsrath ein-stimmig für gefährlich gehalten, da der Feind Miene machte, mit verstärkten Streit-kräften vorzudringen; dennoch beschloß S. nach Bolivar's Befehlen, blos die De-
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