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suchte bei Spinoza, Fichte, Schelling, Jacob, eine freiere philosophische Überzeu-gung. Die Bearbeitung einer von der Gesellschaft der Wissenschaften zu Kopen-hagen gegebenen Preisaufgabe, die ihn zn einen, genauern und umfassendem Stu-dium der Geschichte der Philosophie seit Plato und Aristoteles veranlaßte, und dieals gekrönte Prcisschrift unter dem Titel: „Resultate der philosophischen For-schungen über die Natur der menschlichen Erkenntniß von Plato bis Kant" (Mar-burg 1805) erschien, vollendete seine Losreißung von Kant's Lehre, ohne daß erjedoch eine eigne feste und entschiedene philosophische Lehre an deren Stelle zu setzenvermocht hätte. Und dieses Streben, sich von aller streng schulmäßigen Methodeund aller bestimmten systematischen Form frei zu erhalten, ist ihm auch bis in seineletzten vollendetsten Darstellungen eigen geblieben, und charakterisirt seine philoso-phische Lehre zwar als einen geistreichen Eklekticismus, der jedoch den tiefern An-foderungen der Wissenschaft nicht Genüge leistet. Indessen ist ihm doch aus seinerfrühern Anregung in der Kantisch-kritischen Schule, als Haupteigentbümlichkeitseiner Lehre, die subjektive Wendung seiner Speculation auf innere Selbstbeob-achtung geblieben, und damit die Grundlegung aller philosophischen Lehren durchBeobachtungen über die Natur deS Menschen. Diese psychologische Wendungseiner Philosophie ist es, welche sie vor den Träumereien des naturphilosophischcnDogmatismus sicher stellt und seinen Darstellungen eine allgemeine Fruchtbarkeitgewährt. Der Entwickelung dieser Richtung in ihm diente die Bearbeitung einerzweiten Pceisaufgabe der Gesellschaft der Wissenschaften zu Kopenhagen, die,ebenfalls gekrönt, unter dem Titel: „über die innere Wahrnehmung" (Berlin1808) erschien, und in diesem Sinne sprach er seine ganze philosophische Überzeugungam vollständigsten aus in seinem Werke: „Die Betrachtung des Menschen" (1. „.2. Bd. Kassel 1815—16, 3. Bd. Leipzig 1818). Derselbe Geist kündigt sich auchin einigen andern philosophischen Schriften an: „Zur Einleitung in die Philo-sophie" (Marburg 1827); „Grundzüge der Lehre von dem Menschen" (Marburg1829); „Bon dem Begriffe der Psychologie" (Marburg 1829); „Die Grund-züge der philosophischen Religionslehre" (Marburg 1831). Unter mehren kleinenSchriften befinden sich auch einige politische in der Zeitschrift: „Erhebungen", zurZeit des französischen Drucks geschrieben. (21)
Suchtclen (Johann Peter Traf van), russischer Gesandter in Stockholm,geboren um 1750 in Holland, erhielt eine sehr sorgfältige, ja gelehrte Erziehung,und man hat sogar behauptet, er sei vor seiner Ankunft in Rußland als Professorangestellt gewesen, was jedoch schwerlich gegründet sein mag, wenigstens stand er,als Katharina II. ihn 1783 berief, bei dem holländischen Geniecorps. In Ruß-land ward ihm die Leitung vieler öffentlichen Bauten und anderer Arbeiten über-geben und als Chef der Artillerie leitete er die Belagerung SveaborgS. Über dieGeschichte des schwedischen Krieges schrieb S. eine nie in den Buchhandel gekom-mene Schrift: „Lrecis eis la guerre >Ie Ikinlanrl", welche zwar den Namen seinesältesten Sobnes trägt, aber wenigstens dem Inhalte nach dem Vater angehört.Der Befehlshaber der Festung Sveaborg, Graf Cronstedt, wurde wegen der vor-schnellen Übergabe als Verräth» behandelt und seiner Ämter und Ehrenwürdenverlustig, wicwol man jetzt immer mehr von dieser Ansicht zurückgekommen ist, daman mit ziemlicher Gewißheit weiß, daß die Russen die Eroberung der Festungeiner List verdankten. Sie ließen in Petersburg ein falsches Blatt der schwedischenamtlichen Zeitung „I'ost ock kill» tielnmg" drucken, worin der König seine ver-zweifelte Lage und die Unmöglichkeit der Vertheidigung SveaborgS selbst einge-stand. Dieses täuschend ähnlich gedruckte Blatt wurde mit Vorschlägen zur Über-gabe nach Sveaborg geschickt, und die irregeleiteten Offiziere trugen kein Bedenken,die noch immer gut versehene Festung zu übergeben. S. sagt zwar nichts von die-ser Kriegslist, bemerkt aber, Gras Cronstedt verdiene den Vorwurf, daß er nicht