42 Sachsen seit dem Jal/»e 1827
dcch sc.it 1331.'') nicht wiederholt, da man sich überzeugt zu haben schien, daß sienicht ein Bild der fortschreitenden Entwickelung der sächsischen Industrie werdenkonnten, so lange ihnen der Geweibstand nicht eine lebhaftere Theilnahme wio-inetc. Auch die 1832 in der Ostermesse zu Leipzig veranstaltete Ausstellung voninländischen und ausländischen Gewerberzcugnissen wurde 1833 nicht wiederholt.Der Gewerbstand selbst war thätig, der Ungunst der Zeit entgegen zu wirken. Derseit 1831 in Wirksamkeit getretene Zndustti-verein, der in Ehemmtz seinen Haupt-sitz hat und weit im Lande verzweigt ist, wurde von der Regierung begünstigt undoft zu Gutachten über Gegenstände des G-werbwesens aufgefodert. Durch Rathund That wirkend, beschäftigt er sich zugleich mit Vorbereitungen zu einer Übersichtder statistischen Verhältnisse der gesawmte» sächsischen Industrie.Für die Be-förderung der technischen Bildung wurde durch diese» Verein und andere Gewerb-vereine, nach dem Vorbilde ähnlicher Anstalten Englands, wie auch von der Re-gierung eifrig gesorgt. In mehren Gegenden des Landes, besonders aber im Erz-gebirge, wurden Gewcrbschulen gestiftet oder erweitert, Sonntagschulen geöffnet.Zwei zu Mplau und Elsterberg im Voigtlande 1829 gegründete Strohflechtschu-len hatten den wohlthätigen Erfolg, muffige Arnunkinder an Thätigkeit zu gewöh-nen, und lieferten schon m den nächsten Jahren ausgezeichnete Fabrikate. DieWeberei suchte die Regierung seit 1828 besonders auch durch die Einführung vonJacquardstühlen zu heben, die sich in den Weberdörfern der Oberlaufltz, sowol fürZwillich als Baumwollgewebe, verbreiteten, seit einige Musterflühle waren ver-theilt worden. Man zählte deren 1832 schon 53 inchcner Provinz, doch traien derEinführung bei der Damastweberei Hindernisse entgegen, welche die Regierungdurch eine Preisaufgabe zu heben suchte. Eine in Ehenmitz gegründete Anstalt fürErbauung von Baumwollspinnmaschinen erhielt, als sie mir Schwierigkeiten zu käm-pfen hatte, eine Unterstützung und schritt immer weiteren technischer Vollkommenheitvoran. Eine mit einem mechanischen Institut in Dresden verbundenen Maschi-nenfabrik war gleichfalls thätig, und es ging aus derselben ein verbesserter Strumps-wrrkerstubl hervor, der in einigen Gegenden des ErzgebirgS unter Mitwirkung derRegierung Aufnahme fand. Die Regierung hat auch nach der neuern Gestaltungdes Staats die Unterstützung der Gewerbthätlg-kiit fortdauernd im Auge und zudiesem Zwecke eine Summe in das Budget gebracht. Sie legte den Standen ei-nen Plan zu einem Actienverein für kräftige Unterstützung der Landwirthschaft undGewerdsamkeit vor, der aber wenig Anklang fand, und durch Gründe besinnenwurde, die abermals bewiesen, daß in Sachten die Überzeugung von der Wichtig-keit solcher Vereine für nationalökonomijche Zwecke noch nicht ins Leben getretenist. Werfen wir einen Blick auf die einzelnen Zweige der Gewerbthätigkeit, so trittbesonders das Gedeihen der Bobüierfabrikation hervor, die für das Erzgebirge umso wichtiger ist, da die Arbeiten, welche das Fabrikat verschönern und verzieren, vieleweibliche Hände beschäftigt, die bei dem durch die Milbewerbung englischer Fabri-kate herbeigeführten Verfall der Spstzemnanufactur in den BergwcrkSdistrirt.nfeiern muß en. Nicht minder gedieh seit 182? die Skidenmanufactur durch Thilound Rohling in Annaderg, die schon in den ersten Jahren ausgezeichnete Arbeitenlieferte und ein wichtiger Industriezweig zu werden verspricht. Die Maschincn-kammwoUspiniierci hob sich schnell, besonders in Leipzig, wo Hartmanns Fabrik diebedeutendste L achsens ist, und gab einer der wichtigsten Staxclwaarcn des Land!«ein-n höher» nationglökononuschcn Werth. Die Baumwollwcberci hat sich inneuern Zeiten auch in oer Oderlausitz, obgleich nicht fabrikmäßig betrieben, immer
"1 S. „Bericht über die Dikstc'lung räch-scher Gewrb-ereenavlsse im Iah»1811-' (Dresden bbsich SchZabare Nachrichten üb-r Scwerbstatistch.
„Mittheilungen des 2'iduüriivereins für das Königreich Sachsen" (lbsk
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