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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
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Sachsen seit dem Jahre 1827

mehr gehoben, seit verminderter Absatz neichtheilig auf die Lcinwandweberei wirkt,die jedoch in jenem Landestheile noch immer ihren Hauptsitz hat. Die Industrieist noch wenig auf Vermehrung und Verbesserung der inländischen Bleichen gerich-tet, da r der roh bezogenen leinenen Garne in Böhmen gebleicht werden. Manzählte im 1.1832 in der Oberlausitz, meist in der Umgegend von Zittau, 18.008gangbare Stühle, und zwar 4500 für Lcinwandweberei und gegen 0000 fürBanmwollweberci. Die treffliche Damastweberei in Schönau beschäftigte, wegendes durch Zölle und Einfuhrverbote verminderten Absatzes, von 1100 Stühlennur 950 und an denselben 2500 Menschen. Die Strumpfwirkerei, die gegen14,000 Stühle in Sachsen beschäftigt, ist seil 15 Jahren bedeutend gestiegen und hatauf den transatlantischen Märkten, besonders in den Vereinigten Staaten, die eng-lische zum Theil überwunden. Als ein Hinderniß der sächsischen Gewerbthäligkeitwurde der Mangel eines zweckmäßigen Patcntgesctzes beklagt, da das bestehendePrlvilegienwesen die fortdauernde Erhaltung wichtiger Erfindungen nicht sichert.Noch nachtheiliger aber war der schroffe Gegensatz streitender Grundsätze auf demGebiet der Eewerbsamkeit, und auch in der neuesten Zeit wollte der zünftige Ge-werbbetrieb, aus seiner Sphäre tretend, in die eigenthümliche Entwickelung des Fa-brikwesens störend eingreifen und den Einfluß widersinniger VerbietungSrechteausüben, wie die Innungen in Ch-mnitz, welche die Regierung mit verständigerBelehrung in ihren Areis zurückwies. Die Abhülfe solcher Übel wird von der ver-sprochenen neuen Gewerbordnung erwartet, welch.-die schwere Ausgäbe zu losenhat, das Interesse der Innungen, die man beibehalten will, mit dem höher» Fa-brikmteresse auszugleichen. »> - -r, ,

Die neue Staakseinrichtung verspricht einem andern wichtigen Interessedes Landes, der Bodenkultur, vielfache Begünstigung, nicht nur durch die Auf-hebung der Belastungen des Grundeigenthums, sondern auch durch die erleichterteTheilung großer Güter, und es sind bereits hinsichtll'ch mehrer Domainen Vorbe-reitungen dazu getroffen worden. Auch will man Waldboden dem Pflug und derHacke überlassen, und vielleicht wird aus solchen Anfängen um so eher der Versuchhervorgehen, Armencolonien anzulegen, je weniger.die Armenpflege kn Sachsen bisjetzt darauf gerichtet gewesen ist, die Zahl der Armen m vermindern. Die Schaf-zucht wird durch die Aufhebung der grundherrlichen Huthungsqecechtsamen wol nurda Beschränkungen erleiden, wo sie ohnehin das richtige ökonomische Verhältnißüberschritten hatte. Das Steigen der Wollprcise ist ihr in der neuesten Zeit ebensoförderlich gewesen, als einige Begünstigungen und Aufmunterungen, wozu dieVermehrung der Wollmärkte und die in Dresden veranstaltete Ausstellung ver-edelter Schafe gehörten. War es rühmlich für die sächsischen Schafzüchter, daßhochveredelte Schafe 1829 in ibr Stammland zurückwanderten, um die ausgear-teten königlichen Heerden in Spanien zu verbessern, so hak man doch in neuern Zei-ten über die Nachtheile unbeschrankter Ausfuhr geklagt. Die Pferdezucht wirddurch die beabsichtigten Maßregeln, den einheimisch>n Stamm durch zweckmäßigeingerichtete Beschälunosanstalten zu verbessern, sich heben können.

Einer der erstes Zweige der LandeSculrur ist fortdauernd der Bergbau, dernicht nur dadurch, daß er gegen 10.000 Arbeiter bei den Gruben und dem Hütten-wesen beschäftigt und deren Familien ernährt, sondern, auch l-»rch d.n unmittelba-ren Ertrag und durch die Beschäftigung zahlreicher einheimischer Fabriken, welchedurch ihn die rohen Stoffe empfangen, das Nationalvermögen erhöbt und eine bc-'deutende staatswirthschastliche Wichtigkeit erhält. *) Die Verminderung des Ge-winns für die Thek.nrhmer, die eine Folge der durch die Erweiterung des Berg-baus erhöhten Betriebskosten war, hat in neuern Zeiten diesem Zweige der Ke-

*) iLerpl. NHN Weißcnbach,Sachsens Bergbau" (Freiberg Ittssz Ei-e ausamtlichen Quellen geschöpfte höchst interessante statistische Darstellung.!