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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
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Sachs?» - Koburg - Gotha

Th!r»), der bald darauf gegründet«, Hagelversicherungsbank für Deutschland«832 mit kin« Versicherungssumme von 4,472,950 Thlm.). Die Bohrvcr-suche auf Salz, welche der Hosrath Glenk in Koburg und Gotha machte, blieben-war in Koburg erfolglos, führte» aber in Gotha zur Entdeckung eines sehr reinenund reichen St.insalzlagers beim Dorfe Buflebcn und zm Errichtung der SalineEcnsthalle, von welcher die Regierung nach Verfluß der 10 dem Untern, hmer bewil-ligte» Frei, ihre den Zehnten erheben und dadurch die ohnehin für die Größe desgechaischcn Landes sehr bedeutenden Domauiaier'nkünfte dieser Provinz noch erhöhtesehen wird Noch ist zu bemerken, daß die herzoglichen Länder von der Cholera,welche die gothaische Provinz von zwei Seiten (Erfurt und Langensalza) bcdroh-w, gänzlich verschont blieben, ungeachtet keine Absperrung mit ihren Quälereienmrsügr wurde.

Die Eonstitution, welche der Herzog früher seinen koburg-saalf.ldischen Län-dern gegeben hatte *), und die auch »ach der Trennung Saalfelds für Koburgblieb, wurde aber auf Gotha nicht übergetragen, sondern es blieben bis jetzt daselbstdie Feudalstärrde aus früherer Zeit, in drei Bänke (Grafen, Ritter und Städte)getheilt und nach Ständen abstimmend. Nur wurden auch, gegen den frühernGebrauch, bei dem 1829 gehaltene» Landtag die Rittergutsbesitzer bürgerlichenStandes eingeladen und zu den Verhandlungen und 'Abstimmungen zugezogenund verfügt, daß die Obecsteuerkasse, die vorher den Uulertlranen ein Geheimnißgeblieben war, ihren Stand jährlich öffentlich bekannt machen sollte. Nach der1831 bekannt gemachten Übersicht betrugen 1830 die Einnahmen 151,742 Thlr.,die Ausgaben 144,190 Thlr., die Schulden des Landes 893,534 Thlr. Nach-theilig und mr'sfärlrg wirkte es, daß die Landstände die schon früher von fünf aufvier Procent herabgesetzten Zinsen 1832 auch für die inländischen Schuldner nochum ) Procent herabsetzten.

Von dem Geiste tzcS Aufruhrs, der nach der Juliusrcvolution so viele deutscheLänder ergriff, blieben Koburg und Gotha frei, und beide Länder, namentlich dasneu erworbene Gotha, wo noch Mancher mit den vorgenommenen Veränderungenunzufrieden war, bewiesen sich ruhig, besonnen und treu. Auch hier trat die ge-winnende Persönlichkeit des Herzogs und sein gutes Vertrauen wohlthätig vermit-telnd ein Als ihm im Sept. 1830 Gerüchte von einer angeblich übel» Stim-mung im gothaische» Lande zu Ohr,» gekommen waren, so kam er selbst am21. Text. vertrauensvoll nach Gotha, beschicd c.-n 22. Sept. eine Anzahl geach-teter Bürger aus dem Erwerbs- uns Handelsstande zu sich, verhehl.- ihnen dieihm zu Ohren gekommenen Gerüchte nicht und federte sie auf, ihr« Wünsche, wennsie dergleichen hätten, auSzusprechen. Dieses männliche und wohlwollende Be-nehmen verfehlte seine Wirkung nicht. Die Gerufenen versicherten, baß an einegewaltsame Ruhestörung nicht zu denken sei, und legten zugleich dem Herzog einigeWünsche der Bürgerschaft und namentlich der Innungen vor, welch- sie am25. Sept. schriftlich einreichten. Man wünschte Arbeit für die Unbeschäftigten imWinter, 'Abstellung mancher Verluste der Stadt, vollständigen Ersatz der Wild-schäden, Berücksichtigung der bestehenden Jmrungsverhältnifse, Veränderung mitdem Pvliceiiommissarr'ate und bessere Einrichtung der ständischen und der städti-schen Verfassung. Mit der letztem beschäftigte sich die Regierung sogleich und legtebald darauf dem Stadtrath und der Bürgerschaft einen Entwurf einer städtischenVerfassung zur Berathung vor. Bei den darüber von der Bürgerschaft gepfloge-nen Berathungen hatten Viele, welche die Schwierigkeiten neuer Staaiseinrich-tungm nicht aus Erfahrung kannten, Gelegenheit, sich zu überzeugen, daß esleichter sei, einzurcißen als aufzubauen, und daß man seine Wünsche in gewissen

') S. „Europäische Verfassungen", Bd. >, S. LVS fg.