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Sachsen - Koburg - Gotha
d,r Durchmärsche der Preußen nach den Rheinprovinzen, wurde um 1. Ion 1827auf 10 Jahre erneuert und nun auch auf die Durchmärsche der koburg-goth.uschenTruppen durch das preußische Hennederg ausgedehnt. Die frühern Verträge mitd!n> fürstlichen Hause Thurn und Taxis wurden in einem die gesummten herzog-lichen Lande umfassenden Pvstlehnvertrag vereinigt, und die Posten dem FürstenMaximilian und seinem Stamme in der Würde eines Erblandpostmeisters als einThronmannlchn am 29. Dec. 1827 übertragen. Mit Sachsen-Weimar und Sach-sm-Altenburg wurde ("0. März und 15. Mai 1832) eine Übereinkunft wegen ge-genseitiger Rechtshülfe der Behörden, mit Kurhessen (am 18. März 1830) eineUebereinkunft zu Untersuchung der von den Unterthanen beider Theile verübtenFerst- und Jagdfrevel geschlossen. Am 14. Nov. 1827 trat der Herzog den Maß-regeln Preußens gegen den Büchcrnachdruck bei, und am 18. Sept. 1828 erschieneine Verordnung über das Eigenthumsrecht der Schriftsteller und Verleger, inwelcher der Nachdruck bei Strafe verboten, den Schriftstellern aber und deren Er-ben daS Eigenthumsrecht auf 30 Jahre zugesichart wird.
Die schönen Sammlungen von Büchern, Gemälden, Münzen und ander»Kunstschätzen, welche die Herzoge von Gotha gebildet hatten, nahmen die Auf-merksamkeit der neuen Regierung gleichfalls in Anspruch. Die zu ihrer Erhal-tung und Vermehrung ausgesetzten Etats wurden gesichert und zum Theil ver-mehrt, dagegen aber wurde die Vermehrung der ohnehin nicht bedeutenden Bücher-sammlung in Koburg aufgegeben. Es erging <11. Jan. 1827) die Verordnung,daß alle Merkwürdigkeiten der Natur, der Kunst und des Alterthums, welche imLande aufgefunden werden möchten, sorgfältig erhalten und aufbewahrt werdensollen. Die ausgezeichnete Conchpliensammlung deS Commissionsralhs Schmidtzu Golha wurde vom Herzog 1827 zu Vermehrung der gothischen Sammlungengekauft, eine ansehnliche Kupferstichsammlung, die sich in Koburg befand, vomHerzog nach Gotha geschenkt und außerdem die Kunstkammer daselbst von ihm nochmit andern ansehnlichen Geschenken und Seltenheiten bereichert. Auch wurden(5. Dec. 1828) jungen Künstlern die Kunstsammlungen zum Behuf ihrer Studiengeöffnet. Auch des Bauwesens, das eines verbesserten Geschmacks sehr bedurfte,nahm sich der Herzog persönlich sehr thätig an, und unterwarf eS der Leinmg derLandesregierung und eines besonders angestellten LandbaumeisterS, der auch Pri-vatpersonen bei ihren Bauten zu berathen hat. Der Herzog selbst wendete großeSummen auf sein eignes Bauwesen, theils aus Liebe zum Schönen, theils umdie arbeitenden Classen seiner Unterthanen nützlich zu beschäftigen. Der Bau desim besten Geschmack eingerichteten Restdenzschlosse« zu Koburg wurde fortgesetzt;die Gebäude der von Meningen abgetretenen Domaine Kahlenberg wurden neuund geschmackvoll erbaut und mit schönen Anlagen umgeben. DaS in einem ro-mantischen Waldthale drei Stunden von Golha gelegene alte Schloß des vorma-ligen Klosters Reinhardsbru-nn wird nach einem großartigen Plan gänzlich umge-baut. Das Hauptgebäude ist bereits vollendet und an den andern Theilen wirdlebhaft fortgeacbeitet. Dieses Schloß bietet einen ebenso imposanten als freund-lichen Anblick dar und wird eine Zierde des Landes. Das reizende Waldthal selbstaber, in welchem eS liegt, ist aus allen Seilen mit dem feinsten Kunstsinn für Na-lurschönheiten bearbeitet worden. Da nun der Herzog auch eine schöne Kunststraßevon Golha nach Reinhardsbrunn — auch fortgeführt nach den Städten Walthers-hausen und Friedrichrode — hat erbauen lassen, so ist Reinhardsbrunn jetzt inder schönen Jahreszeit ein steter Sammelplatz von Besuchenden, welche Sinn ha-ben für die ihnen hier bereiteten Schönheiten der Natur und Kunst. Eine trefflicheingerichtete und sorgfältig? Verwaltung der Finanzen läßt es dem Herzog nicht anMitteln fehlen, neben den StaatSausgaben den sehr bedeutenden Auswand fürdiese Bauten zu bestreiken.