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Sachsen -Ältenburg 47
Barschaft ließen einig-, erst seit dem Nov. 1826 in Altenburg eingebürgerteBeamte rine Nachahmung der leipziger, dreSdcner, chemnitzcr Scenen in Al-tenburg befürchten, während die ältern Beamten solche für unmöglich hiel-ten. In der Meinung, daß irgend unbekannte Ursachen Stoff zur Unzufriedenheitgegen die neue Regierung gegeben hätten, gab der Herzog schon einige Tage vordem 13. Sept. 1830 drei ältern, bewährten und überall anerkannten Beamten,dem damaligen Vicekanzler von der Gabelentz, dem NegierungS- und KammerrathHermann, dem Stadtspndicus Vater, den Auftrag, die Quellen der MiSstimmungzu erforschen, welche sich in jenen Tagen durch Pasquille und Maueranschläge ge-gen mehre Beamte dargelegt hatte. Während dies geschah, brach am 13. Sept.1830 in der Stadt Altenburg ein Aufstand aus, der mit Fcnsteceinwcrfen und Zer-störungen in der Wohnung eines Baubean'.ten am äußersten Ende der Stadt be-gann. Es waren damals etwa 200 Mann Besatzung, in der Stadt, die aber nichtverwendet wurde, weil eine in jeder Beziehung bcachtenswerthe Stimme dringenddavon abricth, vermuthlich aus Unkunde des wahren Umfangs der Auflehnung,aus Scheu vor den Folgen einer militairischen Einschreitung, zumal gegen diezahlreichen Neugierigen, und aus Besorgniß vor einer allgemeinen Aufregung inDeutschland. Die Pöbelwuth war in jener Nacht gegen drei Stmßenbaubeamte,drei Eommunalbcamten, einen Focstbeamten und einen mit den Bewohnern derVorstädte in täglichem Verkehr stehenden Subaltern des Kreisamtes gerichtet, aberWen keinen mit dem Hofe eingewanoerten Beamten. Persönliche B-schädigun-gen erfolgten nicht. Das Landvolk blieb ruhig. Die Aufrührer, der Bolkshefe»»gehörig, mochten zumeist ihrem persönlichen Haß gestöhnt habe»! theilweisewirkte wol Anrrizung und Bestechung, das Gerücht sagt, von Außen wie vonInnen; auch bemerkte man in der verhängnißvollen Nacht Ausländer,, dir mitzerstören halsen, oder vielmehr dabei anführten. Kur; nach Mitternacht gingendie Ruhestörer nach dem höher gelegenen Residenzschloffe. Der Herzog fragt«st-nach ihrer Absicht; sie wußten nichts vorzubringen und wurden bedeutet, Be-schwerden auf ordentliche Weise vorzutragen, worauf sie sich entfernten und zer-streuten.
Schon TagS zuvor hatten die Herren von der Gabelentz, Hermann undBarer nach dem erhaltenen Auftrage viele Bürger der Stadt Altenburg befragtund von ihnen vernommen, was man für die Ursachen der Übeln Stimmung einesTheils der Bewohner hielt. Sie waren rein örtlicher Natur, meist Ausflüsse derdamals überall rege gewordenen pclitffchen.Ansichten; von allen ausgesprochenenneuen Wünschen war noch keiner je dem Herzog vorgetragen worden, auch betrafenße wenig materielle Interessen oder wirklich vorhandene Beschwerden. So gut ge-meint sie waren, so verhinderten sie dennoch nicht den Ausstand in der darauf fol-genden Nacht; zum Beweis, daß dieser nicht im Einklang mit der stimmfähigenBürgerschaft erfolgte oder nur einerlei Absichten mit derselben hatte. Nur per-sönliche Rache gegen einzelne Beamte, nicht allgemeiner oder begründeter Unwillegegen die Staats- und Eladrverwattung konnte die Urheber bestimmt haben. Dieerwähnten Wünsche waren billig, sodaß eine Zusage um so unbedenklicher war,wenndamit die Stadt Alt-nburg von der Schmach der Nacht des 13. Sept. hätte befreitwerden können. Schon vor dieser verhängnißvoll.n Nacht waren sie, so weit es sichthun ließ, und zur vollsten Zufriedenheit der achtbaren Unterzeichner genehmigt wor-den. Die Verkündigung der landesherrlichen Entschließungen war bereits auf denfolgenden Tag, den 14. festgesetzt. Die Scenen der Zwischennacht machren es demEommiffarius von der Gabelentz und einigen wohlgesinnten Bürgern wünschcns-weckh, daß der Herzog die in seinem Namen z» ertheilenden Zusagen persönlich be-stäligen und zugleich die überwiegende Mehrzahl der ängstlich besorgten Bürger be-ruhigen möchte. Auch dies verschmähte der Herzog nicht. Er sah, daß nur Wc-