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Sechsen-Altenburg
gen wurde nirgend geäußert. Das Vertrauen zu den Behörden schien überallfestdegcündet, und so konnte der Herzog mit Recht glauben, daß es dringender Re-formen nicht bedürfe, um so mehr, da der Anblick des Landes seinen Wohlstand,sein Wohlbehagen und eine im Ganzen durchaus nicht verfehlte Verwaltung be-wies, und die Namen der einflußreichern Landstände, von Lindenau, von Schwar-zenfels, von Bellst, von Pöllnitz, Vater, sowie der obern Sraatsdiener, vonTrützschler, von der Gabelenh, schon !N sich eine vollgültige Bürgschaft darboten.Einzelne unerfreuliche Wahrnehmungen mochten Mistrauen auf die Beamtenclassezur Folge gehabt haben; man schließt gern vom Einzelnen aufs Ganze. Es läßtsich jedoch behaupten, daß, die oben angedeuteten Wirkungen einer vielleicht zumilden Regierungsweise abgerechnet, Alttnburg eines der glücklichsten und best-regierten Länder in Deutschland war. Mochten a-uch die Formen in manchenFallen unbequem und weitläufig geworden sein, mochte man Anregungen zumReuen nicht grade fordern, so hat es sich doch unzweidcu'ig ergeben, daß die Ver-waltung die besten Absichten hakte und wissentlich kein Unrecht zuließ. Was ihremCredit im Lande am meisten schadete, war die von frühern Zeiten her im Vertrauenauf die eigne Rechtlichkeit übliche Geheimhaltung öffentlicher Angelegenheiten.Niemand im Lande, mit Ausnahme einiger Beamten, kaum einiger Landstän-den, kannte die ganze finanzielle Lage. Einzelne verschwenderische Pensionen derfrühem Periode ließen daher ein Übermaß von Pensionen erwarten, und die Kundevon mancher frühem Unwirthschafilichkeit ließ auf allgemeine Vergeudung schließen.
Alles Dies erregte Mislrauen, da« in manchen Kreiien durch die Sporkelerhe-dung von Seilen einzelner Beamten gesteigert ward, obgleich wieder andere nichteinmal die gesetzliche-Taxe erhoben. Auch mochte die Art und Weise, einzelner Äm-tervcrlcihungen nicht V.ifall gewinnen dcffenungeacht.t aber hat der Erfolg bewie-sen, wie wenig all diest Vermuthungen einer allgemein, »-ungünstigen Lage der Dinaewirklich gegründet waren. Die Landstände haben unter Lindenau'« Lei.ung seit 1818so pflichttreu gewirkt, daß der wahre Patriot den neuen Landständen nur ein gleich gün-stiges Zeugniß wünschen mag. Die Finanzen haben sich feit den Opfern, die sie auchnach 1817, und bis 1822 zu bringen hatten, wesentlich gehoben; insbesondere ist un-ter dem jetzigen Herzog,sobald die unvermeidlich.nAusgaben derVerlegung derRe-sidcnz nach Altenburg bestririen waren, kein Etat willkürlich überschritten worden;jene Vvrlegungskosten fanden aber mehr als ausreichende Deckung in den nach demEcbiheilungsvertrag dem Herzog zugefallenen Kammerkajsenvorräthen. Es sindauch in der That so wenig neue Kamme, schulden als Steuerschulden gemacht wor-den, vielmehr wurde die Abzahlung derselben planmäßig fortgesetzt Sie betrugenam t. Oct. 1810 bei der Kammer 225,400 Tbaler und bei der Odecffeuerkasse757,847 Thaler, wobei jedoch in Bezug auf den oben angegebenen Zustand von1818 zu bemerken ist, daß die Einnahm- der Kammer sich beinahe um s und derLbersteuerkaffe um durch die Landeslhestung vo» 1826 gemindert hat. Erstmit dem Erlasse der Mahlsteucr 1810 findet bei der Obersteuerkasse ein Fehlbetragstatt, dessen Deckung zu erwarten ist. Die Rechtspflege ist unrer der go-thaischcn Verwaltung nie gebeugt worden; für Kirchen und Schulwesen war vielgeschehen. Schon im Jahre 1821 war der Entwurf einer allgemeinen Vertretungden Landstände» vorgelegt worden, und 1821 wupden mehre heilsame Gesetze ge-geben, um die Proceßsucht und Gporiellust abzuschneiden. Die seit dem Nsv. 1826eingetretene Regierung fand die erste Zeit in den Ausgleichungen mit d-n beidenübrigen Höfen und andern Einrichtungen vielfache Beschäftigung; doch wurdeManches geordnet, Anderes vorbereitet.
Nach der Julmscevolukion regten stch Unruhen in Deutschland und auchim Königreich Sachsen, das sett vielen Jahren das Vorbild für Altenburgiit Verfassung und Verwaltung gewesen war. Die Vorgänge in der Nach-
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