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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
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Sachsen seit dem Jahre 1827

wir mit den Flintenkolben an" in Umlauf gesetzt. Volksiouverainetät, Abschaf-fung des Adels, Auflösung -eg stehenden Heers waren Grundjüge dieses Ent-wurfs. 3wk! der Verbreitung desselben beschuldigte Mitglieder des Bürger'vereinSwurden am 16. verhaftet. Am folgenden Tage sammelte sich ein zahlreicher Volks-haufe vor dem Stadthaus« und während er die schwache Communalgardenwacheangriff, wurden von andern Aufrührern die in einem anstoßenden Gebäude gefan-genen Vereinsmitglleder befreit. Die Communalgarde und ein Linienbataillonvertrieben die Voltshaufen und die befreiten Gefangenen wurden mit andern Ver-dächtigen zur Haft gebracht. Eine alsbald niedergesetzte Untecsuchungscommission»erhörte die Gefangenen und cS erfolgten darauf mehre Verhaftungen. Am fol-genden Tage zeigte sich eine heftigere Aufregung. Eine zahlreiche Versammlungbildete sich in einem Gemeindcgebäude, um sich zu besprechen, und als der PrinzJohann in Begleitung eines Adjutanten vorüberritt, ward er dringend um die Frei-lassung der Gefangenen gebeten. Er wies die Federung mit Entschiedenheit ab.Während indeß bei der zunehmenden Währung die Communalgarde und Linirn-truppen auf dem Marktplatz- sich aufgestellt Karten, drängten bei Anbruch derDämmerung aus den anstoßenden Gaffen zahlreiche Vvlkshaufcn sich gegen diedicht geschlossenen Rochen der bewaffneten Macht, bis endlich der commandirendeOffizier von der Linie in eine enge Gasse, wo der drängende Haufe am hartnäckig-sten war, Feuer geben ließ. Einige wurde» gctödret, Mehre verwundet. Baldnachher sammelten sich in einem andern Stadtlheile zahlreiche VolkSbaufen, diesich der anrückenden Communalgarde wid.» setzten, bis Fußvolk und Reiterei her-beikamen und die Aufrührer auseinanderlrieben. Am 19. Apr. rückten einige Li-nienbataillonS und Reüerhaufen in die Stadt, die einige Zeit in einer Art vonBelagerungszustand war. Der würdige Ton einer Bekanntmachung des KönigSund des Mitregenten, die an demselben Tage in den Straßen angeheftet wurde,sollte mitten unter diesen ernsten Vorkehrungen, dem Gesetze Achtung zu verschaf-fen, die Gemüther beruhigen.Die euch gegebenen Zusagen", versicherten dieFürsten,werden gewissenhaft erfüllt, keinS eurer Rechte wird euch entzogen wer-den." Wie die Gemeindevertreter der Hauptstadt, nach der Stillung des Aufstan-deS beruhigend und zu Gesetzlichkeit und Vertrauen ermahnend, zu ihren Mitbür-gern sprachen, wurden aus mehren Städten des Landes den Fürsten Zuschriftengesendet, die Unwillen über die unglücklichen Ereignisse ausdrückten, unter wei-chen das Schreiben der Stadt Leipzig zur strengsten Bestrafung der Schul-digen riech und die königliche Famlie zudringlich einlud, ihren Sitz nach Leipzig zuverlegen. Aber auch in ihren Mauern war die unruhige Bewegung noch nicht ge-stillt, und wenige Monate nachher, am 3V. Aug , rief eine unbedeutende Veran-lassung, die Weigerung eines Theils der Communalgarde, die ihr angewieseneneue Wache zu beziehen, den AuSbruch hervor. Auch hier mußte die Besatzungmit Waffengewalt einschreiten, auch hier wurden Mehre getödtet und verwundet.Diese Ereignisse veranlaßten die Regierung, wenige Tage vor dem Schlüsse desLandtags den Entwurf eines GcsitzeS über das Verfahren gegen Aufführn vorzu-legen, das strenge Slrafdrohungen enthielt, besondere richterliche Commissionenin Aufcnhrfä'Ien anordnete, und jeden in Auffuhr gerathenen Ort in BelagenmgS-stand zu versetzen vorschrieb. Bonden Ständen ward aber am letzten Tage ihrer Ver-sammlung die Berathung weislich abgelehnt und ihren Nachfolgern überlassen,indemsie sich aus die neue Verfassung beriefe», weiche es der Regierung in außerordent-lichen Fällen gestattet, unter Verantwortlichkeit der Minister Anordnungen zu tref-fen. Sachsen hatte seine Juniustage gehabt. Die Untersuchungen, die in Dres-den und Leipzig durch besondere Commissionen geführt wurden, hatten schnelleBerurtheilungen zur Folge, die in Gefängniß und mehrjähriger Zuchthausstrafebestanden. Die Nlchciie sind bekannt gemacht worden, da aber die Ergebnisse der

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