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Suchst» seit dem Jahre 1827
ein Handwerkslehcling von einem Policeidiener gemishandelt wurde, veranlaßte am2 Sept in Leipzig einen Auflaus gegen die Policei und ihren Vorstand, der sicham nächsten Abend wiederholte und dem am 4, ein offener Aufstand folgte, wodurchdie Freilassung mehrer an dem vorigen Tag-verhafteten Lehrlinge und Handwerks-gesellen ertrotzt wurde. Die Kraft der Policei war gebrochen, Ihre Wächter unddie a»S der Nachbarschaft herbeigerufene Reiterei konnten den zügellosen Scharennicht wehren, die nun die Wohnungen einiger Beamten der Policei, das Hauseines Rathsherrn, der für eine ihm untergebene öffentliche Anstalt EisenarbeitenauS einer Nachbarstadt bestellt hatte, und mehre berüchtigte Häuser, die von derPolicei begünstigt sein sollten, verwüsteten und selbst die Schnellpressen der Brock-hauS'schen Buchdruckern bedrohten. Auf einen öffentlichen Aufruf „im NamendeSMagistrats und der Cominun der Stadt Leipzig", eilten am 5, Sept, dieBürger, welchen die Studirendcn mit der Losung „Gesetz und Ordnung" sich an-schlössen, schnell zu den Waffen, und wirkten so kräftig und einträchtig, daß dieRuhe bald gesichert war. Am folgenden Tage kamen, mit einer Abtheilung Fuß-volk, zwei von der Regierung bevollmächtigte Beamte zur Untersuchung der vor-gefallenen Ruhestörungen, und am 8, Sept, wurden Vorsteher der Innungen undEorporationen und Einzelne aufgefodert, Beschwerden und Anträge bei ihnen an-zubringen.
Die Kunde von jenen Ereignissen machte einen tiefen Eindruck auf die Be-wohner der Hauptstadt, und waren der nächste Anlaß, die Aufregung am Abenddes 9, Sept, zum Ausbruche zu bringen. Wie dort entzügelte Volkshaufen indas Stadthaus drangen, das Policeigebäude erstürmten, in Brand steckten undim Innern zerstörten, die herbeigeeilten Soldaten zurücktriebe», und wie am fol-genden Tage ein Ausruf der Behörde schnell eine zahlreiche Bürgerwehr versam-melte, die den Frevel bändigte und die äußere blühe herstellte, hat ein Augenzeugein dem Artikel Dresden im Jahre 1830 erzählt. Die am 10, Sept, vondem König niedergesetzte Commission zu Aufcechthaltung der öffentlichen Ruhe,unter dem Vorsitze des Prinzen Friedrich, gewann das Vertrauen der Bewohner,und noch ehe sie durch ihre Bekanntmachung vom 11, Sept, erklärt halte, daß siealle auf die städtischen öffentlichen Angelegenheiten sich beziehenden Wünsche undAnträge annehmen und erörtern werde, hatte ein großer Theil der Bürgerschaft,auf eine frühere Auffodcrung des Prinzen, bereits am 10, in kurzen Sähen ihreGesuche ausgesprochen, unter welchen neben örtlichen Wünschen, wie die Abschaf-fung der Policeibchörde, die Einführung einer neuen Stadlordnung, die Herab-srtzung mehrer örtlichen Abgaben, schon Bitten vorkamen, die den politischen Cha-rakter und das höhere Streben andeuteten, wodurch die Bewegungen in Dresdensich auszeichneten und für die Umbildung deS SlaatSlebens entscheidend wurden.Man verlangt- Abänderung der seit 1822 eingeführten Grenzzoll- und Accllever-ordnungen, Schutz der evangelischen LandeSkaffen gegen unmäßige Abflüsse zufremden, das Vaterland nichts angehenden Zwecken, Repräsentation der Bürger-schaft zu Dresden auf dem nächsten Landtage durch zwei Mitglieder, und Entfer-nung der Staatsbeamten, die aus Vorliebe oder andern Gründen an alten MiS-brauchen festhielten. ") Als nun am 12, die Bürger und Einwohner beider Stadt-theile in zahlreichen Versammlungen über die Angelegenheiten des Gemeinwesenssich berathen und Sprecher und Vertreter erwählt hatten, wurden an demselbenEage und bald nachher Denkschriften übergeben, worin die bereits ausgesprochenen-ottken naher begründet uno die allgemeinen Landesangelegenheiten, die im Na-men des Vaterlandes" berühr, werden sollten, schärfer bezeichnet wurden z" die ver-altete und unwirksame ständische Vertretung, die Nothwendigkeit einer Übersicht
n-ckdEVisEammlimg «ihrer Schritten, welche die Bürgerschaft zuerst selbst undnachher d,e gewählten Vorsprichrr -c, überreicht Habrn" (Dresden l8ZI),
Eonv -Sex, der neuesten Zeit und Literatur, IV, 2