Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
3
Einzelbild herunterladen
 

Ach

"»?!,!

'"'»*»

»I»d

c>«i>^

^-'A-

M,P<^-»'---siinlt

sjmitIMistttl fgeäer.<i lÜM WMill»»jt>ialttätlt, zgcz:IMLüHjlWch,»ch>M Mf-

iltzmiMigtl NiM Ml«W!I. MDlick «f'Ivißwstzjlistl, htstlUik

ztklj

L , ,

AmitMä»

«,MwS»

r»<

-U^L

z,B'^ '

s'!^' '

Sachse« se't dem Jahre 1827 8

m,.Passung und Verwaltung ausgesprochen. Die Gründe dieser schnellen Um-wandln,» der Ansichten sind zunächst in der Geschichte Wachsend st» 181.) zusuchen, obgleich nicht zu leugnen ist, daß die meist,,, Übel, welchen erst die neuestea,lt Abhülfe zu bringen begonnen hat, weit alter sind als Friedrich August s ckie-ai»runa, und das Festhalten enn Herkömmlichen und die Erstarrung in den alten

Formen schon über ein Jahrhundert früher da« regere Leben des Volkes gehemmt

hatten AlS der König 1815 au« harten Prüfungen zurückkehrte, um wieder andie Spitze des zerrissenen Staat« zu treten, hatt« er «ine weit schwierigere Auf-gabe zu lösen al« nach den Drangsalen des siebenjährigen Krieg« sein Vater undsein Oheim, deren Werk er seit 17si8 mit glücklichem Erfolge fortgesetzt hatte.Seine Gesinnung und sein Charakter, seine Thätigkeit und seine Einsicht, dietüchtige Männer zu Gehülfen wählte, machten die größere Hälfte seiner Regierungzu einer glücklichen Zeit, wo in all« Adern de« innern Staatslebens frische Kraftdrang, die in friedlicher ungestörter Zeit sich ausbilden konnte, und fast in allenzweigen der Verwaltung einzelne Verbesserungen gemacht wurden. So lange dieFormen der R-ichsverfassung bestanden, war ein- Umbildung der Verfassung desLandes nicht zu erwarten, selbst wo sie in ihrer Weraltung sich schon unbequemund hemmend zeigte. Als das alt-Gebäude des deutschen Reichs, in feinem Innernzerfallen, dem Sturme von Außen erlag, zeigte sich auch in Sachsen, daß den neuenZeitbedürsnissen die alten Ska rtSeinrichlungen nicht mehr genügten. Schon 181 1erhoben sich unter den Landstäntun viele Wünsche für eine gleichförmigere Verfas-sung der einzelnen LandcStheile, während gleichzeitig die dem Lande aufgelegtenAnstrengungen zur Anerkennung des Grundsatzes drängte», daß alle Staatsbürgerz» den öffentlichen Lasten beitragen soll«,, der aber nur in Beziehung auf einenTheil des Staatsbedarfs seitdem zur Ausführung kam. Lautere Wünsche, kühnereHoffnungen regten sich seit 181.5 unter den Bessern im Volke. Die Stimmen, diein allen deutschen Gauen nach den Bedrängnissen eines langen KampfcS freiere Be-wegung im Bürgerlkben als Preis vielfacher Anstrengungen fode-ten, hatten auchin Sachsen Anklang gefunden. Während der fremden Verwaltung seit 1814 hal-ten patriotische Männer, die mit den Mängeln des Staatsgebäud-s lange bekanntwaren, eine dreiste Hand an einige alte Schäden gelegt, manche gute Einrichtun-gen ins Leben gerufen, deren Verdienst die Geschichte ihnen und nicht den Russen,unter deren Namen sie wirkten, anrechnen wird, und den Blicken de« Volke« wa-ren viele Gebrechen offenbar geworden, als die alten Formen unter ungewöhnlich,»Umständen nicht ausreichten. Das unglückliche Schicksal des Landes aber erwecktezu bittere Empfindungen, al« daß man auf dem Wege der Reform, welchen dieFremdherrschaft gebahnt hatte, weiter hätte gehen mögen, und obgleich einige Ein-richtungen beibehalten wurden, so mußten doch manche Rückschritt« auffallen, diewenig Hoffnung auf eingreifende Verbesserungen übrig ließen. Wurde doch selbstdie alle schleppende Form, nach welcher die meisten höchsten Behörden unter demNamen des Königs verfügten, wieder eingeführt, um sich »och 15 Jahre längerzu erhalten, bis auch sie bei dem Neubau de« Staats mit andern, Bauschutt wegge-worfen wurde. War schon jene gereizte Stimmung für eine Wiedergeburt des Staatsnicht günstig, so standen einer Veränderung der bestehenden Formen der Verfassung»ndVerwaltung auch die Abneigung d,S König« gegen Umwandlungen und seineaus achtungswerthen Grundsätzen hervorgegangen« Gewissenhaftigkeit entgegen,welch« Verhältnisse, die zum Theil auf Verträgen beruhten, nicht einseitig aufbe-ben wollte. Aber konnte nicht schon damals auf dem Wege des Vertrags umge-dlldet «erden, was 15 Jahre später auf oiesem Wege umgebildet werden mußte?^- Geschichte liefert den Beweis, daß es dazu auf der andern Seite teinesweqsan Bereitwilligkeit fehlte, und in dem Augenblicke, wo Alles aus seinen Fugen g>-tissen war, würde eS nicht so schwierig gewesen sein, über den Plan zu eiu.m Nen-

! 1 -