Luther entgegengesetzter Meinung war. Dagegen nä-herte sich Calvin der Lutherischen Lehre wieder mitder Annahme einer übernatürlichen, geheiumissvollenGnadenwirkung durch das Sacraincnt.
Zwischen Zwingli’s und Calvins Vorstellung liegtdas Unterscheidende hauptsächlich darin, dass JenerBrod und Wein immer nur als signä (nudä syin*bola) betrachtete, und nicht von ihnen, sondern vondem Glauben die Gemeinschaft mit Christo (conmiuni-catio corporis et sanguinis) abgeleitet wissen wollte;Dieser hingegen glaubte, nach der Itegel, signo an-nexa est veritas rei, diese Wirkung (unter der Be-dingung des hinzutretenden Glaubens) auch unmittel-bar an die Zeichen ankniipfen zu können, so dassdiese ihm zu wirksamen, die Gnade wirklich ausspen-denden (signa exhibitiva) wurden. (Instit. christ.1Y, 170
Je äusgebreiteteren Beifall die sehr geschickt vor-getragene Lehre Calvins nicht allein bei den reformir-ten, sondern auch hei den ausgezeichnetsten lutheri-schen Kirchenlehrern fand, einen desto grösserenLärm erhoben die strengen Lutheraner dagegen. Dassaber seihst Melanthon, der angesehenste Mann in derLutherischen Kirche nach Luthers Hintritt, welcherschon friiherhin den unseligen Sacrainentsstreit mitmehr Buhe und Unbefangenheit als Luther und des-sen zelotisehe Anhänger betrachtet und zu vermittelngesucht hatte, sich auf dem Calvinschen Mittelwegeder Schweizerlehre näherte und solches nach dem To-de Luthers weniger, als zuvor, verhehlte: solches
erschien den am Buchstaben erstarrten, Luthers Lehr-formeln und ihn selber vergötternden sogenannten Or-
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