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Die christliche Lehre vom heiligen Abendmahl nach dem Grundtext des neuen Testaments : mit e. Abriss d. Geschichte dieser Lehre ; ein Versuch
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sinnten, vorzüglich der ihm am nächsten stehende Me-lanthon, im Stillen gleich sehr seine Heftigkeit undseine Ansicht der Sache.

Nach Luthers Tode bringt die CalvinischeAbendmahlstheorie neue Bewegungen in den evan-gelischen Kirchen hervor. Der gelehrte und scharf-sinnige Johann Calvin hatte nämlich etwa seit denJahren 1539 und 40, wo er bereits zu einem bedeuten-den Ansehen unter den Schweizern gelangt war, inverschiedenen Schriften eine Art von Mittelweg zwi-schen der Zwinglischen und Lutherischen Abendmahls-lehre eingeschlagen, auf dem ihm um so leichter vieleTheologen der deutschen protestantischen Kirche nach-folgten, da man ihn selbst friilierhin ziemlich allge-mein als einen zu dieser Partei Gehörigen betrachtethatte: wiewohl er jetzt auf alle Weise darzuthun

suchte, dass er der Zwinglischen Ansicht weit näherstehe, als der Lutherischen.*) Calvin lehrte, ImAbendmahl werde Christus nicht bloss abgebildet, son-dern sei wahrhaft gegenwärtig: zwar nicht der Sub-stanz nach, aber der Kraft und Wirksamkeitnach, werde Leih und Blut Christi vere et efl'icacitersub pane et vino repräsentirt: dari non substan-

tiam corporis Christi in sacra coena, sed omnia rpiaein suo corpore nobis beneficia praestitit: also Leibund Blut sei nicht räumlich zugegen und werde nichtmündlich (oraliter), sondern geistig er weise (man-ducatio spiritualis) genossen. So folgte von selbst,dass nur die Würdigen, Glaubenden, des Leibesund Blutes Christi theilhaftig werden konnten: worin

*) Vgl. s. französisch abgefasste Schrift vom Abendmahl vom J.löio, besonders ihren Epilog.