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Die christliche Lehre vom heiligen Abendmahl nach dem Grundtext des neuen Testaments : mit e. Abriss d. Geschichte dieser Lehre ; ein Versuch
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Merk-würdig ist es nun, dass die AugsburgscheConfession (1530) mit ihrem freilich behutsam und all-gemein gefassten X. Artikel, der Leib und das BlutChristi seien wahrhaftig (vere) gegenwärtigund würden ausgetheilt im Abendmahl, beidenKatholischen nicht den mindesten Anstoss fand. OhneZweifel hielten sie diese Erklärung für ganz wohl ver-träglich mit ihrer Verwandlungslehre und waren über-zeugt, dass Luther und Melanthon, je entschiedenersie von den Schweizern sich in diesem Stück zu ent-fernen suchten, um so mehr mit der katholischenLehre übereinstimmen mussten. War es doch klarund allbekannt, dass sich der Zusatz, et im p roh an tsecus docentes, auf die Schweizer bezog. Das-selbe beweiset die Apologie der Confession, welchein dieser Beziehung äussert: Den X. Artikel fech-ten die Widersacher (nämlich die Verfasser derkatholischen Confutation) nicht an. Wir glauben,(so fährt ihr Verfasser Melanthon fort,) dass imAbendmahl des Herrn vere et substantialiter ad-sunt corpus et sanguis Christi eL.vere exliibeanturcum illis rebus, quae videntur, paue et vino, his

datur^ est hoc, scilicet qnod panis fractus et come-stus: Mein Leib, der für euch gegeben wird, ist eben

das und soll das für euch werden, was das Brod ist,das ich euch austheile, nämlich eine wahrhafte Speiseund ein wirksames Erholungsmittel des ewigen Le*«heus. Er behauptete einen wirklichen Geuuss des Leibes und BlutesChristi, leugnete aber, dass dieser Genuss bloss im Abendmahl stattfinde, iudem er den Glauben für das alleinige Organ erklärte, durchwelches der Mensch zum Genuss Christi gelangen könne. Diesen gei-stigen Genuss leitete er von dem übernatürlichen Einflüsse der vergöt-terten Menschheit Jesu her, die sich der gauzen Substanz des Men-schen miuheile und wodurch dieser gebessert und beseliget werde.