Dass man jene Liebesmahle, bei denen es ja al-lerdings auch nicht bloss auf die leibliche Sättigungabgesehen war,*) und diese Connnunionen nicht den ge-wöhnlichen Mahlzeiten gleichsetzte, sondern höher hielt,versteht sich von selbst:**) aber von den wumlerlich-seltsanien, abergläubischen, widersinnigen Lehrmei-mingen der mittlern und neuern Zeit über die wesent-lichen Bestandtheile desjenigen, was im Abendmahlso eigentlich genossen wird, desgleichen über die Artder {Gegenwart und Genicssung Christi bei dieser Feier,wusste zu seinem Glücke das christliche Alterthumdurchaus nichts. Wem wäre da wohl eingefallen, zufragen, ob das Abendmahlsbrod auch Brod sei, undder Wein Wein'? ob sich diese Elemente, ohne dassdavon etwas zu merken sei, in andere Substanzen ver-wandelten, oder dieselben bleiben? ob man, indemmau sie empfange, zugleich in, mit und unter ihnen,versteckter- und unbegreiflicherweise, auch noch et-was Anderes, nämlich den leibhaftigen Christus mitdem Munde in sich aufnehme? Solche und ähnlicheGedanken waren dem urchristlichen Zeitalter durch-gängig fremd: es wäre nicht möglich, den Beweis
fürs Gegentheil zu führen. An den einfachen Wortender Stiftung künstelte man damals noch nicht: zu aber-witzigen Fragen und seltsamen Consequenzen fand dieapostolische Zeit noch keine Veranlassung: nach Ana-logie vieler andern Beispiele in den Beden und Hand-lungsweisen des Herrn fand mau auch hier von einemrichtigen Instinct geleitet das Wichtige, Wesentliche,
*) Justin M. Apol, I, 66. ov yäq w,' xoirbv uqtov ovds xoiröv-Toga laCra kufißih'o/jtv.
"*) Vergl. Teitull. Apologet, 3g. Clr-m, Alex. Paedag. II, p, lii.