144 —
geflissentlich darauf ausgegangen, die bestehendenSatzungen, z. IS. die Sabbatsgesetze, durch Nichtbe-achtung aufzuheben. Vgl. Kap. V, 9. 10* 16 ff. VlI,22 ff. IX, 14 ff. Sogar kommt im Johannes nirgendsein Wort davon vor, dass der Herr eine jüdische Pas-sakmahlzcit gehalten habe: was um so mehr auffallenmuss, da eben dieses Evangelium in seinem Inhaltemehrere Jahre umfasst und mehrere Osterfeste, nicht,wie die drei efsten Evangelisten, bloss eines einzigengedenket. Vom Fasten ist hier nie die Rede. iY j;-Greis iv und v r\ a r e i a sind Wörter, die man im Jo-hannes vergeblich suchen würde. Ebenso findet sichkeine Spur von einer sichtbaren WiedererscheinungChristi ( nanovaicc ) auf der Erde. Auch dieser Ausdruckfehlt im Johannes so gut als ganz, da die einzige Stelle1 Joh. II, 28. wo nciQovaia in einer andern Bedeu-tung vorkommt, gar nicht hiclier gerechnet werdenkann. Der zur ewigen Herrlichkeit des Vaters Ein-gegangene zieht die Seinigen nach sich in die himm-lischen Wohnungen zur Vollendung und unaufhörlichenGemeinschaft. Kap. XIV, 2 ff. XII, 26. Das Kom-men zu den Seinigen, wo dessen gedacht wird, ist hierein ganz anderes, als das sichtbare auf des HimmelsWolken, nämlich ein rein geistiges. Seinen eigenenund den Geist des Vaters verheisst er ihnen als Pa-raklct zu senden, um ihr inneres Leben zu läutern, zubefestigen, zu erbeben, kraft dessen sie dasselbe, jaGrösseres, als er selbst ausrichten würden. Kap. XTV, :16 ff. XV, 26 ff. XVI, 7. 13* XIV, 12. u. a. (Wie jfremd erscheint schon in dieser einen Hinsicht dieOffenbarung für den Evangelisten Johannes!) I
Vorzüglich merkwürdig müssen wir cs finden, oh-