— 143
schiedcnheit in der angeführten Stelle: ori ßctcnlevgalfio ty o'j. Vgl. ausserdem Kap. I, 50. ov tl b ßceoi-fovg t ov lonaiß. Kap. XII, 13. 15. — Nur hier sprichter zu seinem Richter Pilatus: Du hättest keine Be-fugniss wider mich, wäre sie dir nicht ver-liehen von oben, Kap. XIX, 11. Dieselbe Hoheittritt Y, 26 ff. in den letzten Anordnungen des Erlösersvom Kreuze herab, betreffend seine Mutter und seinengeliebten Johannes, welche unmittelbar dem, Es istvollbracht, voraufgehen, aufs klarste hervor.
Dass Johannes überall gebildete, und einer höhernAnsicht der Dinge fähige Leser vor Augen gehabt, undnicht das Volk, wird in unsern Tagen wohl Niemandmehr bezweifeln. Viele Schwierigkeiten rücksichtlichdes Ursprungs und der ältesten Geschichte seines Evan-geliums lassen sich bei dieser Voraussetzung leicht be-seitigen, und mancher Zweifel löset sich oder verschwin-det. Von jüdischem Partikularismus und palästinischerNationalsucht ist er daher gänzlich frei. Alles wird ineinem allgemein-menschlichen Verhältnisse aufgefasstund erwogen. Der göttliche Logos, Christus, ist dasLicht, welches jeden Menschen, der in dieWelt kommt, erleuchtet, (Kap. I, 9.) der Hei-land der Welt, omt^q tov xöopov, (Kap.IV,42.1 Job. IV, 14.) Ja es verdient Beachtung, dass der Aus-druck xöoiiog, welcher in der universalen Johannei-schen Art bei den andern Evangelisten wenig anzutref-fen ist, hier gerade als herrschender Lieblingsausdruckerscheint und mehr als hundertmal vorkommt. Anein Festhalten am jüdischen Brauch ist in diesem Bu-che so wenig zu denken, dass es dem aufmerksamenLeser gegcntheils Vorkommen muss, als sey Christus