57 —
angesehen, so war es zur Zeit noch unmöglich, dassmit des Erlösers Blut seine Iliinde verunreinigt scynkonnten, denn es war noch nicht vergossen. Aber esgalt einen ganz andern Zweck, als das Reinigen derHände. — In Formeln, wie diese: „Bas Blut Jesu
Christi macht uns rein von Sünden,“ 1 Joh. I, 7 ff. vgl.Ilehr. IX, 14. ist so wenig an das materielle Leibes-blut Christi, wodurch nimmer Jemand innerlich vonSünden gereiniget, schuldlos und straflos dargestelltwerden mag, als an eine eigentliche Abwaschung da-mit jemals von Sachkundigen gedacht worden, nochvernünftigerweise zu denken möglich.
Die Salbung des Herrn durch Maria, Joh. XII,1 ff. Matth. XXAI, 6 ff. Mark. XIV, 3 ff. wird von ihmseihst als eine vorbedeutende symbolische Hand-lung, (was sie in dieser Hinsicht nach dem Sinn derSalbenden wohl nicht seyn sollte,) genommen und er-klärt. Durch diese Salbung werde sein Leih gleich-sam im voraus zu der ihm nahe bevorstehenden Be-stattung cinbalsamirt. Also wurde der Handlung eineanderweitige Deutung und wichtigere Beziehung bei-gelcgt, als sie an sich hatte, nemlich die auf den Toddes Heilandes.
Die Taufe Johannis im Jordan, so nie die nach-herige Christentaufe, ist nichts anders als eine, dieinnere Geistes - und Seelenreinigung veranschaulichtdarstellende, folglich symbolische Handlung.Die Leibcsabwaschung ist dabei so wenig wesentlich,als das Wasserelement, womit sie geschieht. Daherman unbedenklich von der ursprünglichen Art zu tau-fen, d. h. unterzutauchen, abgehen, und die blosseResprengung an die Stelle der Untertauchung setzen