für diejenigen enthalt, welche vermittelst ihres lebendi-gen Geistes sich derselben zu bemächtigen im Stande sind ?Wer das Buch als heiliges Buch verehrt, ohne durchselbst!hätige Anwendung seines eigenen geistigen Ver-mögens in dessen Innerstes cinzndringcn, die darinverborgenen Schätze göttlicher Gedanken aufzufindenund sich anzueignen, der treiht nur Abgötterei damitund eines freien Christen unwürdigen Götzendienst.„Forschet in der Schrift;“ so lautet die Aufforderung;nicht: betet, das Buch an. Und: „weil du von Jugendauf die heilige Schrift weis st,“ d. i. kennst undverstehst, (nicht: weil du sie in Händen hast odermechanisch, gedankenlos lesen kannst,) „so vermagdieselbe dich zu unterweisen zur Seligkeit.“ 2 Tim.I1T, 15. Nicht anders, als wenn ein lebendiger Geist,herzukommt, wird das Wort der Schrift lebendig undwirksam.
Den Juden war schon in frühester Zeit untersagt,sich irgend ein Bildniss materieller Art von der Gott-heit zu machen: und wir sollten uns nicht schämen,Geist und Materie durcheinander mischend, das seinemWesen nach über Ilaum und Zeit Erhabene zu ver-körpern und als eingefleischt zu verehren? Ob wirausflüchtend sagen, dass das Uebersinnliclie und Gött-liche in gewissen materiellen Elementen versteckt scy,und sich eben nur nicht besehen, noch befühlen lasse,oder gerade heraus behaupten, dass die Materie selberzum Gott geworden sey, läuft in der Tliat auf Eins hin-aus : beides erscheint auf gleiche Weise widersinnigund unchristlich.
Zu melirer Verdeutlichung des bisher Gesagten undzur Vergleichung mit den Symbolen im heiligen Abend-