ein guter Christ gefangen zu nehmen und unter denGehorsam des Glaubens zu zwingen habe.
Dass man gewisse Lehren für Geheimnisse erklärteund ihre Anerkennung ohne weitere \ortrage überBegreiflichkeit, Möglichkeit, äussere Begründung der-selben, foderte, hätte wohl hingchen mögen. Garvieles ist ja gelieimnissvoll in der Religion, undgerade das Höchste und Tiefste am meisten. Aberunstatthaft und verkehrt musste cs gefunden werden,dass mau doch nicht zufrieden war, auf das Gelicim-nissvolle hinzuweisen, Anerkennung desselben zu ver-langen, sondern selbst unternahm, die Mysteriendennoch zu enthüllen, in seltsam klingende, oftWidersprechendes, zuweilen Nichts aussagende, un-begreifliche Formeln zu fassen, und darin gleichsamzu verkörpern, nunmehr aber auch abgöttische An-erkennung, Nachsprechung, Festhaltung dieser soeonstituirten Erklärungsformeln mit ungeheurer An-maassung der gesummten Christenheit aller Zeitenanzumuthen und aufzunöthigen. Dieses Auflassen dertodten Formeln ins Gedächtniss, dieses Nachsprechenselbstcrfundener dürrer Lehrsätze, nannte man Glau-ben; die Nichtanerkennung derselben, Unglaubenmul Ketzerei. Der Anführung von Einzelnheitenbedarf es nicht, wo die ganze Kirchengcschichte eineinziger langer Beweis ist. Das aber sind zwei sehrverschiedene Dinge, dort, das Unbegreifliche undsterblichen Augen überhaupt Verborgene, zumal inSachen der Religion, anerkennen und im demüthigenGefühl menschlicher Beschränktheit gar Manches alsunerkennbar und unerklärlich auf sich beruhen lassen;(Hörn. XI, 33 ff. 1 Kor. II, 7 ff.) hier, das Geheim-