Grumlelcincntc aller Religion, auch der christlichen,und sie wohnen im Menschengeist wie in ihrer eigen-thihnlichcn Heimatb.
Wie das Christcntlmm als die göttlichste Re-ligion erscheint, so ist es in Wahrheit auch diemenschlichste. In seinem wahren Grunde undWesen, in seiner Reinheit gefasst, begegnet es hülfreichjedem Verlangen und Bcdiirfhiss der edlem Mensch-heit. Wer behauptet, dass es irgend einem Rein-menschlichen entgegentrete, Avidersprecbe, dessenBekämpfung, ja, avo möglich, gänzliche Ausrottunggebiete, der gibt zu A'erstehen, dass er das Eine oderdas Andere oder Beides nicht kennt. Die Voraus-setzung erscheint eben so undenkbar, als gottesläster-lich, dass der Schöpfer, indem er dem Menschen dieVernunft und die Offenbarung Acrliehen, zAveieinander aufbebende, ihn mit sich selbst in ZAvie-spalt setzende, darum höchst zAAcideutige Geschenkeihm gegeben habe, von denen er des einen nur dannrecht froh Averden könne, Avcnn er sich des andern,als eines fraglichen Irrlichts, mehr und mehr ent-ledigte. Könnten wir die zweifache Gabe als aus ei-nem und demselben Urquell der cAvigcn Weisheitund Liebe, beide als dankensAverthe Segnungen un-sers himmlischen Vaters betrachten? Oder müsstenAvir nicht vielmehr einen unheilbringenden Fluch desmenschlichen Geschlechts, AAelches allein unter allenübrigen Geschöpfen, die von ihrem lnstinct jederzeitsicher geleitet Averden, nicht wüsste, was es sollte;welches in unauflöslicher, endloser Verwirrung her-über und hinüber zu schwanken verdammt Aväre, indiesem Doppelgeschenk erblicken? Wie sollte es end-