Verständnisse zu verfallen, in jene Menge von unseli-gen Verirrungen zu geratlien, -womit vir die Ge-scliiclitsljüclier des Christentluuns leider angefüllt fin-den. Nimmer konnte man dann die Quellen der gött-lichen Belehrung ausser uns, (Offenbarung,) unddie Quelle des Göttlichen in uns (Vernunft,) einan-der entgegensetzen, noch, sintemal sie beide einesund desselben himmlischen Ursprungs und Endzwek-kes sind, in Widerstreit mit einander denken. DasGeistige wäre dann gehörig vom Materiellen, das We-sentliche vom Zufälligen, das Eigentliche vom Un-eigentlichen auch in den heiligen Urkunden unterschie-den worden: man hätte sich bald überzeugt, dass eingrosser Theil des Inhaltes dieser Urkunden bloss zurUnterlage, Einkleidung, Vcrsinnhildung des We-sentlichen, Innern und Geistigen diene, welcher zwarum der Hauptsache willen immerhin seinen Werthhabe und behalten möge, aber nie als die Sache selbstangesehen werden dürfe: und zahllose Verkehrthei-ten und Streitigkeiten samt den daraus entsprungenenGreueln hätten nie entstehen, noch die Christenheitentehren können.
Denn gleichwie das göttliche Wort der recht ver-standenen heiligen Schrift äusscrlich zu uns kommendlautet, eben so spricht es in der That und Wahrheitauch im Innern des gesunden, denkenden Menschen.Beide Gottesstimmen, die von aussen und die innere,weit entfernt, einander zu widersprechen, sollen undmüssen vielmehr eihander zur Bestätigung, zur wech-selseitigen Verbürgung dienen. Die menschliche Ver-nunft muss dasselbe Bediirfniss, dieselben Wünsche,die nemlichen Bestrebungen in der Brust des Stcrb-