Beruf oder Rang, keine Bildungsstufe des Güttliehcnim Cliristentlnun empfänglich oder unempfänglichmachen, noch grossem oder geringem Werth ver-leihen könne: vielmehr alle auf gleiche W eise fürdasselbe berufen und geeignet, durch die im Wesent-lichen gleiche Aufgabe zum gleichen Streben nachgleichem Ziele verpflichtet, auch gleicher Glückselig-keit: fähig und theilhaftig zu werden im Stande sind.„Bei Gott ist kein Ansehen der Person.“ llöm. II, 11.Ejdi. VI, 9. „Unter allerlei Volk, wer Gott fürchtetund recht thut, ist ihm angenehm.“ Apg. X, 35.lieber das vergängliche Wesen der Zeit, über dieWelt mit ihrer Lust, ihrem nichtigen Wünschen undTreiben, kann und soll sich ein Jeder zum Himmli-schen und Ewigen erheben, des Irdischen Herr, derBürgerschaft im Reiche Gottes würdig werden. „Allesaus Gott Gehörne überwindet die Welt, und unserGlaube ist der Sieg, der die Welt überwunden.“1 Job. V, 4 f.
Hätte man doch diese hier nur angedeuteten,höchst einfachen Grundideen des Christenthums, aufwelchen sämmtliche Glaubens - und Lehenslehren we-sentlich beruhen, ohne welche durchaus kein rechtesYcrständniss der christlichen Lehre und Geschichte,kein klares Auflässcn der heiligen Urkunden möglichscheint, nicht so oft verkannt! Wäre inan doch zu-frieden gewesen, in diesen viclumfassenden Gedankensichere Leitsterne, was sie in Wahrheit sind, hei derBetrachtung des dunkel und schwierig Erscheinendenzu besitzen, und hätte man sic vor Allen im Augebehalten und zur entscheidenden Richtschnur überallerwählt! Dann war es nicht möglich , auf alle die Miss-