9
Tugenden zur Erscheinung bringe. In wessen Seeledas Göttliche, d. i. das wesentlich Gute und Wahr«zum Leben erweckt und erwacht sey, dessen in dieAussenwelt hervortretendes Thun werde unfehlbarauch ächtchristlich und als in Gott getlian erscheinen.Aber werthlos vor Gott und dem unbestechlichenRichter im eigenen Bewusstseyn sey jede scheinbareGrossthat, die nicht aus dem lautern Quell göttlicherGesinnung entsprungen, jedes Handeln, das nicht vongotteswürdiger Erkenutniss ausgegangen, von reinenGedanken durchdrungen erscheine. Das ganze äussereLeben mit seinen mannigfaltigen Verhältnissen undOffenbarungen, Avelches allerdings auch in den Kreisder göttlichen Dinge gezogen, im Gottesreiche ver-edelt werden soll, erhält nur dadurch Würde undIV erth, dass es von dem verborgenen göttlichen Geistedurchleuchtet wird, und durch die höhere Ansicht derDinge, welche den Christen beiwohnen muss, seineIV ei he empfängt. Das wollen die herrlichen Aus-sprüche sagen: IVas nicht aus dein Glauben kommt,das ist Sünde.“ Röin. XIV, 23. vgl. Tit. I, 15. 16.„Nur ein guter Baum bring't gute Früchte: jederschlechte Baum kann nur schlechte Frucht brin-gen. Der gute Mensch bringt Gutes hervor aus sei-nem guten Schatz des Herzens; und der böse Menschbringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz.“ Matth.III, 17 f. Kap. XII, 35. Luk. VI, 45. Und LtithersAusspruch: „Gute fromme Werke machen nimmer-
mehr einen guten frommen Mann, sondern ein guterfrommer Mann macht gute Werke.“
Gleicherweise: dass kein irdisches Verhältniss derMenschen, von welcher Art es sey, kein Stand oder