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baute Christus sein ganzes Werk: auf die Gewalt undden Sieg der Wahrheit und des Guten unter den Men-schen mit zuversichtlichem Glauben rechnend, grün-dete er das Gottesreich. Das Wort der Offenbarung,die Stimmen Gottes, welche uns von aussen als zer-streute Laute zutönen, müssen in unserm Innerngleichstimmig wiederhallcn, und hier erst sich zurdeutlichen Rede gestalten: der todte Buclistahe derheiligen Schrift muss sich im innern Ileiligthum unserssclbstthiitigen Geistes erst zur Klarheit des Gedankens,zur Kraft des Willens und eigenen Gefühls verleben-digen. „Dass sie den Herrn suchen sollten, ob sieihn etwa fühlen und finden möchten, dieweil er nichtfern ist von einem Jeglichen unter uns. Denn in ihmleben, wehen und sind wir.“ Apg. XVII, 27 f.Nicht was dem Menschen gegeben Avird, sondern waser in sich seihst unter Gottes Beistand lebendig her-vorbringt, das nur hat und besitzt er wahrhaft undAvesentlich.
Sind dies die Grundansichten der christlichen Re-ligion, so mussten sich die folgenden, das Lehen derChristen angehenden Bestimmungen, welche in denBüchern des neuen Testaments unaufhörlich Avicdertö-nen, in natürlicher Folge von seihst ergehen.
Nur in sofern könne der Mensch gut und frommheissen, als Gottesfurcht und Frömmigkeit wahrhaft undAvesentlich in seinem Innern Avolinc, und der lebendigeCrqucll all seines Dichtens und Trachtens sey : keines-Avcgs inwiefern er solche in diesen oder jenen Bckcnnt-nissfonneln, in solchen oder andern Religionsgebrau-clicn , in geAvohnhcitsmässigen frommen Handlungen zuTage lege, und äusserlich preiswürdige oder gepriesene