anheim fällt. „Das Fleisch hegehret gegen den Geist,nml der Geist gegen das Fleisch; diese beide Aviderstrc-hen einander.“ Gal. Y , 17. Dasjenige, was des Gei-stes ist und der Wahrheit, folglich der hühern, gött-lichen Weltordnung angehört, also Realität und ewi-gen Gestand hat, nennen wir das Wesentliche;alles Andere, weil cs nur zeitlich, hinfällig, vorüber-gehend ist, und blos einen mittelbaren oder scheinba-ren Werth hat, gilt für unwesentlich.
Das reine Christenthum, wie es von dem göttli-chen Stifter ausgegangen, erscheint in jedem Betrachtals die Religion des Geistes und der Wahrheit, alsodes Wesentlichen, im Gegensatz des blos Schein-baren, Vergänglichen und Nichtigen. Das eben istes, was ihm seinen hohen Vorzug gibt vor allen an-dern Rcligionsansichtcn, wodurch es der gesammtenMenschheit aller Zeiten, aller Orte, aller Bildungs-stufen eignet, wodurch ilnn seine unvergänglicheDauer gesichert, ist. So wie es uns Gott nur alsGeist denken lehrt, der in keiner Gestalt gefasst, inkeinem Raum oder Ort gefunden werden kann, derdie ewige Wahrheit und Güte, die unendliche Liebeselbst ist, wodurch alle Dinge getragen, in ihm le-ben, weben und sind: so will es auch nur eine Ver-ehrung Gottes in Geist und Wahrheit, und verwirftjede Herabziehung des Göttlichen in das Gebiet desMateriellen und Irdischen, um es zum Gegenständeder Anbetung zu machen, als der Gottheit und desMenschen gleich unwürdigen Götzendienst. Hinaufzu Gott und den göttlichen Dingen sucht es vielmehrdie Menschheit zu heben, über die Beschränktheitendes Zeitlichen und Sichtbaren, nicht aber die Gott-