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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
Entstehung
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Während dieser Pariser Zeit hatte Lenz das Glück, den jungen Franz Liszt kennen zulernen. Sie erkannten sich als Gesinnungsgenossen in der Verehrung Beethovens und schlossentreue Freundschaft, die bis zu Lenzens früherem Tode dauerte.

Liszt bestärkte nicht nur Lenz in seinem Beethoven-Vorhaben, sondern war stolz daraufals Lenz ihm nach Jahren sein Beethoven-Werk widmete. Noch mehr, Liszt ist, der die Bezeich-nung:Beethoven-Lenz einführte, denn nach Liszt war Lenz:der erste, welcher Beethovenrichtig verstanden hatte. Bescheiden bemerkt Lenz dazu:So kam der letzte Buchstabe desmusikalischen Alphabets an den ersten. Allein der NameBeethoven-Lenz blieb seit jenerZeit an ihm haften und Lenz ist noch heute eine Beethoven-Autorität allerersten Ranges, wie seinLandsmann, derWagner-Glasenapp, fraglos eine Richard-Wagner-Autorität allerersten Ranges ist.

Als der Vater Lenz meinte, sein Sohn hätte genügende Fortschritte in der Pariser-Sprech-weise gemacht, schickte er ihn im März 1829 von Paris nach London , um sich daselbst die Lon-doner Sprechweise im Englischen anzueignen. Das war dem Alten Hauptsache, dem Sohneaber schliesslich doch Nebensache, obgleich das musikalisch gebildete Ohr Lenzens für Sprachfein-heiten ebenso empfänglich war, wie für Musik und es ihm keine Schwierigkeiten machte im Um-gänge auch die Londoner Sprechweise sich anzueignen.

In London nahm Lenz auf Liszts Rat bei Moscheies Musik-Unterricht, bei dem er u. A.auch den jungen Felix Mendelssohn-Bartholdy kennen lernte. Da sie Beide indessen seinenBeethoven-Enthusiasmus nicht in dem Masse teilten, wie Lenz ihn bei Ries und dann bei Lisztfand, so blieb ein Stachel zurück, der sein Urteil über dieseJuden in der Musik etwas trübte.In Folge dessen, war ihm vielleicht das Scheiden aus London leicht, als er im Herbst 1829 überHolland und Deutschland zur Heimat zurückkehrte, um auf den Wunsch des Vaters in DorpatJurisprudenz und Diplomatie zu studieren. Dennoch verdient es gewiss Achtung, dass ihm, beiseiner Begeisterung für Beethoven und Begabung für Musik, noch Sinn und Lust für das trockeneJus übrig blieb; und er widmete sich diesem Studium von 182931 mit der eifrigsten Anstrengung,jedoch nur aus Pietät für seinen Vater.

Seine freie Zeit in Dorpat aber widmete er der Musik und er hatte das Glück im Lip-hartschen Quartett unter des unvergesslichen Davids Leitung neue Anregungen zu erhalten.Im-mer lichter, immer begeisternder trat ihm in diesem Beethovens hoher Genius entgegen, meintsein Onkel, Prof. Dr. E. v. Bröcker in seiner Lenz-Biographie (im DorpaterInland 1854 Nr. 4).Es war ihm Balsam, Trost und Hoffnung, einst doch seine eigenen Wege wandern zu können;denn bei seinemJupiter-Beethoven weilte er nur zu gerne, und wer kann ihm diese Hoch-achtung übel deuten? Man forscht und sammelt nicht über 30 Jahre unermüdlich über einThema wie Beethoven, wenn man sich dieser grossartigen Aufgabe nicht gewachsen fühlt! Undman sucht nicht den status quo der Verehrung diesesEinzigen in derInstrumental-Musik inganz Europa festzustellen, wenn das nicht der Mühe wert ist. Und diese Begeisterung für seinIdeal, gab ihm die Kraft, in Dorpat seine juristischen Prüfungen zu bestehen und 1831 die Uni-versität zu verlassen.

Nach dem Plane des Vaters sollte sich Lenz auch die gebildete russische Umgangsspracheaneignen, damit seiner diplomatischen Carriere im grossen Vaterlande auch nach dieser Richtunghin kein Hindernis im Wege stehe. Er schickte ihn daher nach Moskau, um sich daselbst in derrussischen Sprache und im russischen Rechte zu vervollkommnen.

In Moskau übersetzte Lenzdie peinliche Halsgerichtsordnung Karls V. und die beidenletzten sog. Titeln derPandecten ins Russische, die aber nicht im Druck erschienen, jedoch vonseiner guten Absicht, sich im Russischen zu vervollkommnen, Zeugnis ablegen.

Jedoch, so sehr ihm die Rechtswissenschaft Hauptsache, die Musik Nebensache sein sollte,