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Südrusslands wissenschaftlich zu untersuchen. Ihre Resultate legten sie nieder in dem Werke„Reisen in die Steppen des südlichen Russlands (St. P. 1838, 2 Bände).
„In der Geschichte der Physik wird man Lenzens wissenschaftlichen Arbeiten immer einenEhrenplatz anweisen“, sagt einer seiner Biographien. Man braucht nur seine Arbeit mit Jakobi„Ueber die Gesetze des Elektromagnetismus“ (Bulletin 1838 Bd. IV. u. 1839 Bd. V.) und „Ueberdie Anziehung der Elektromagneten“ (Bulletin 1839 Bd. V.) zu lesen und was er später leistetewie sein Aufsehen erregender „Bericht über die magnetische Expedition in der Umgegend derInsel Jussary“ (Bulletin 1860 Bd. II), woher es kommt, dass die Magnetnadel daselbst abweicht,zu beachten, um zu wissen, welchen Riesenweg er als Forscher durchschritten hat. Seine Vor-lesungen über Physik und physikalische Geographie zeichneten sich durch „bemerkenswerte Klar-heit“ aus und seine Forschungs-Arbeiten waren wissenschaftlich exakt. Eine lange Zeit warenz. B. seine Lehrbücher über Physik und physikalische Geographie in allen russischen Gymnasienmassgebend und erlebten eine stattliche Reihe von Auflagen. Lenz wurde nicht nur Rektor derSt. Petersburger Universität, sondern auch Kurator des St. Petersburger Lehrbezirks 1856 etc.,wie Geheimrat, Ritter vieler Orden, Ehrenmitglied u. s. w.
Lenz war seit dem*8. Juli 1830 mit Frl. Anna von Helmersen verheiratet, die ihm dreiSöhne und vier Töchter schenkte, von denen sich einer Robert von Lenz als Physiker einenNamen machte.
Als Mensch und Forscher war Emil Lenz — wie er sich immer einfach schrieb — einMuster der Gradheit und Aufrichtigkeit (nach Burnakowski). Sein Streben ging immer dahin,unparteiisch der Wahrheit allein die Ehre zu geben. Auf diese Weise verstand er es, sich unab-hängig von allen zu erhalten. Dabei hatte er ein mitfühlendes Herz für alle strebsamen Jüngerder Wissenschaft und kam ihnen gerne mit seinem klaren und durchdringenden Verstände zu Hülfe.Selbst die Akademie ging in allen heiklen und schwierigen physikalischen Fällen an Lenz nichtvorbei, sondern legte auf sein Urteil, das sich auf viele Erfahrungen stützte, grossen Wert.
Allein auch seiner angestrengten Tätigkeit war ein Ziel gesetzt. Je älter er wurde, destoweniger befriedigte ihn seine Gesundheit. Um sich zu kräftigen, begab er sich zur Kur 1864 insAusland. Er wurde nach Italien geschickt und schrieb einem seiner Freunde: „Hier hast Du einStück aus meinem Tagebuch: Ich wäre es wohl zufrieden, ein Gewässer zu finden, von dem ichsagen könnte: „All’ mein Sehnen will ich, all’ mein Denken in der Lethe stillen Strom versenken,aber meine Liebe nicht“ . . . Wenn mir die nur bleibt zu . . . denen, die ich liebe — allesonstigen Erinnerungen gebe ich gerne dahin . . . Diese Stelle in dem Schillerschen Gedichte hatmich von jeher ungemein ergriffen; ich kann mir nichts Schöneres denken, als diesen Mythusder poetischen Griechen, wie der abgeschiedene Geist alle seine kleinlichen Erdensorgen denWelten dahingibt und nichts anderes behält, als was, zu seinem Wesen gehörend, er nicht mehrabstreifen kann . . .“
Nun, diesen Körper streifte er am 10. Februar 1865 n. St. in Rom ab und behielt dieLiebe der Nachwelt nach, die seinem Geiste Vieles dankt.
Damit haben wir mit kurzen Strichen das Leben und Wirken des Mannes geschildert,dessen Name auf ewig mit dem Gesetz der Induktion verbunden ist.
(Nach P. Falck: „Emil Lenz, der berühmte Physiker. Ein Gedenkblatt zu seinem100jährigen Geburtstag den 12/25. Februar 1904“, in der „Düna-Zeitung“ 1904 Nr. 35 und „H.Fr. Emil Lenz“ Biographie und Bibliographie in Ersch und Grubers Allgem. Encyklopädie derWissenschaften Bd. 43. Noch Ausführlicheres findet der Leser in den leider nur russisch gedruck-ten Arbeiten von Saweljew: „Ueber die elektro-magnetischen Arbeiten des Akademikers Lenz. StP. 1854 und Lebedinski: „Lenz als Begründer der elektro-magnetischen Wissenschaft“ St. P. 1895)*
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