Druckschrift 
2 (1835) Beschreibende Astronomie oder Topographie des Himmels : mit der Darstellung von Sternbildern auf drei Stahlstichen, einer Sternkarte, einer Mondkarte und 23 astronomischen Figuren auf 3 Tafeln
Entstehung
Seite
355
Einzelbild herunterladen
 

Doppelsterne.

255

sind. Besse! hat bei seinen Zonenbeobachtungen ebenfalls einenicht geringe Anzahl von Doppelsternen durch seinen Meridiankreisgefunden und in seinen Sammlungen dek jtönigsberger Beobach-tungen bekannt gemacht. Auch ist er der erste, der bei Gelegenheitseiner Untersuchung des Doppelsterns 61 Schwan mit Bestimmtheitdarauf aufmerksam gemacht hat, daß die Bewegungen dieser Ge-stirne nach dem von Newton entdeckten Geseye der allgemeinenSchwere vor sich gehen. Savary, Encke und der jüngere Herschelentwarfen, wie bereits oben gesagt wurde, Methoden, die Elementeder Bahnen dieser Gestirne aus den Beobachtungen zu berechnen.

Noch muß hier der früheren Verdienste John Michel's er-wähnt werden, der schon i. I. 1767 darauf aufmerksam machte,daß die Doppelsterne höchst wahrscheinlich nicht optisch, sondernphpfisch doppelt seyen. Cr war davon bereits so überzeugt, daßer in seinem Memoir schon von der Möglichkeit der Bewegungeines dieser Sterne um den andern, von eigentlichen Sternsatelliten,spricht, die er daher der Aufmerksamkeit der Astronomen ganzbesonders empfiehlt. Hätten diese zu den, allerdings bloß theo-retischen, aber darum nicht minder begründeten Speculationen desenglischen Physikers mehr Vertrauen gehabt, so würden sie schoni. I. 1767 angefangen haben, sich mit diesem Gegenstande zu be-schäftigen, und selbst der ältere Herschel würde sich seine früheren,unrichtigen Hypothesen erspart und sich der Wahrheit, die erdurch volle vier und zwanzig Jahre suchen mußte, viel schnellergenähert haben.

22 «