Doppelsterne.
Fraunhofer haben diese grüne Färbung ihrer Objectivgläser nicht.Vielleicht daß umgekehrt die Abwesenheit der blauen und grünenFarbe bei Herschels Telescopen in den Metallspiegeln derselben zusuchen ist, die bekanntlich, der höhern Politnr wegen, viel Kupferenthalten, welches den rothen und gelben Lichtstrahlen ein Ueber-gewicht geben und die blauen und grünen Farben beträchtlichschwächen mag.
Wir wollen die Entscheidung dieses Gegenstandes unser»Nachkommen überlassen, da uns noch die zweckmäßigen Beobach-achtungen dazu fehlen. Es ist möglich und selbst sehr wahr-scheinlich, daß sie durch diese Untersuchungen auf sehr interessanteResultate geführt werden können, wenn anders der Gegenstandnicht auch für sie noch mit zu großen Schwierigkeiten verbundensepn wird, um ihn ins Reine zu bringen.
§. 221. (Doppelsterne als Prüfungsmittel der Fernrohre.)Wenn man mit zwei oder mehreren Fernröhren denselben irdischenGegenstand, z. B. eine entfernte Thurmspihe, beobachtet, so stehtman oft an, zu sagen, mit welchem von diesen Fernröhren manbesser sieht. Sicherer ist es schon, zu diesem Zwecke ein gedrucktesBlatt in einiger Entfernung vor den Fernröhren aufzustellen undfür jedes Fernrohr das Blatt so lange zu entfernen, bis manaufhört, dasselbe deutlich lesen zu können. Die Astronomen aber,die schon gewohnt sind, die Gegenstände des Himmels auch zudiesem Zwecke anzuwenden, pflegen die Güte ihrer Fernröhre da-durch anzugeben, daß sie sagen, dasselbe zeige die Phasen derVenus, die Streifen Jupiters, den Schatten deS Saturnringesu. dgl sehr deutlich. Allein man sieht, wie viel dabei noch Un-bestimmtes zurückbleibt, und daß solche Aussagen keine Basis zueiner eigentlichen Classification der Fernröhre abgeben können.
Anders verhält sich dieß mit den Doppelsternen. Da es sichbei der Untersuchung der Güte eines Fernrohres vorzüglich darumhandelt, ob die Strahlen, die von irgend einem Punkte einesGegenstandes außer ihm kommen, durch das Objectiv wiedergenau in einen einzigen Punkt vereiniget werden, oder mit andernWorten, ob die Bilder, welche die Fernröhre von den Gegenstän-den machen, ganz rein und vollkommen deutlich sind, worin