158 Uranus.
nur mehr unter einem Durchmesser von 100 Secuudeu, nicht ganznoch einmal so groß, als uns die Venus, oder 19 mal kleiner,als -die Sonne uns erscheint, und in der Oberfläche 560 malkleiner, daher auch im Allgemeinen die Beleuchtung, welche Uranusvon der Sonne erhält, 560 mal kleiner, als die Beleuchtung derErde seyn wird, so daß also seine hellsten Mittage kaum unserersternhellen Mitternacht gleichen mögen.
Da dieser Planet so ungemein weit von uns entfernt ist, sowissen wir von seiner Oberfläche wenig mehr, als daß sie uns wieeine kleine, runde, matt aber durchaus gleichförmig beleuchteteScheibe erscheint. Streifen und Flecken könne» wir auf dieserFläche nicht mehr erkennen, also auch die Rotation dieses Plane-ten nicht bestimmen. Doch kann sie ihm nicht wohl mangeln, jaseine Umdrehung scheint sogar sehr schnell zu seyn, da der ältereHörschel mit seinen starken Telescopcn eine bedeutende Abplattungan zwei einander gegenüberstehenden Punkten seines Umfangs be-merkt hat.
§. 119. (Satelliten des Uranus.) Derselbe vortreffliche Beobach-ter hat auch sechs Monde entdeckt, die sich um diesen Planeten be-wegen. Allein sie sind bisher nur von Herschel selbst gesehen wor-den, da die Fernröhre aller andern Astronomen zu schwach sind,diese matten Lichtpünktchen erkennen zu lassen. Selbst der jüngereHerschel hat, mit den Telescopen seines Vaters, nur zwei diesersechs Satelliten des Uranus wieder zu seinem Gesichte bringenkönnen. Ueberhanpt gehören diese Monde und die zwei innerstendes Saturn zu den lichtschwächsten und am schwersten zu sehendenGegenständen des Himmels, und es wird vielleicht noch langedauern, bis wir sie mit unfern dioptrischen Fernröhren ohne An-stand sehen werden, da diese in Beziehung auf die Oeffnung ihrerObjective und also ans die Lichtstärke der durch sie gesehenenGegenstände doch noch immer zu sehr hinter den großen Spie-geln der katoptrischen Fernröhre, wie sie Herschel vorzugsweise ge-braucht hat, zurück stehen. Demungeachtet scheinen diese Uranns-monde eine beträchtliche Größe zu haben, weil sie sonst auch nichteinmal Herschel hätte sehen können. Unser Mond, in jene Ent-fernung verseht, würde uns nur inehr unter einem Durchmesser