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2 (1835) Beschreibende Astronomie oder Topographie des Himmels : mit der Darstellung von Sternbildern auf drei Stahlstichen, einer Sternkarte, einer Mondkarte und 23 astronomischen Figuren auf 3 Tafeln
Entstehung
Seite
139
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Saturn und sein Ring.

gegenüber stehenden Stellen, nahe in der Mitte zwischen Pol undAeguator, so daß der Durchmesser Saturns in der Richtung dieserErhöhungen gleich 1, der Durchmesser des Aeqnators gleich 0,g?und endlich der Polardurchmesser gleich 0,»z sepn soll. AlleinSchröter, der diesen Gegenstand anhaltend untersuchte, fand dieäußere Gestalt und Abplattung Saturns fortwährenden, großenAenderungen unterworfen, vielleicht, weil diesen Planeten eineflüssige Hülle umgiebt, die einer immerwährenden Ebbe und Fluthunterworfen ist, oder auch, weil der Körper desselben in der Thatvon der Gestalt einer Kugel beträchtlicher abweicht, als wir dießbisher bei andern Planeten beobachtet haben.

Ring des Saturn.

§. 106. (Wie Saturn den früheren Astronomen erschien.) Wennman diesen Planeten auch nur durch ein sehr schwaches Fernrohrbeobachtet, so bemerkt man sogleich, daß er von der runden Ge-stalt der übrigen Himmelskörper abweicht und mehr eine ellipti-sche oder ehförmige Gestalt hat. Galilei, der das damals kaumerfundene Fernrohr (ein sogenanntes holländisches, mit einer Ver-größerung von ZZ, und ohne Zweifel keines der bessern dieser Art)der erste i. I. 1612 zur Erweiterung unserer Kenntniß des ge-stirnten Himmels anwendete, entdeckte die sonderbare Forin die-ses Planeten sogleich; aber, da er ihn nicht deutlich genug sehenkonnte, so behauptete er, Saturn bestehe aus drei an einanderbefestigten Körpern, Latnrnus trikovinis. Er hielt die zwei zuden beiden entgegengesetzten Seiten der eigentlichen Kugel stehendenKörper für Monde, die aber keine Bewegung um die Kugel ha-ben und gleichsam an sie angeheftet seyn sollten. Er erklärte dieseMeinung selbst für etwas sonderbar nnd verließ sie auch späterwieder, als er, einige Jahre darauf, den Saturn ganz rund er-blickte. Seine vermeinte Entdeckung wurde über zwanzig Jahrevon den andern Astronomen verfolgt, aber keiner derselben konntesich von der Idee eines solchen befestigten Mondenpaares los ma-