nach seinem Austritte zeigte sich keine solche Aenderung, zum Be-weise, daß die Atmosphäre des Mars, wenn sie überhaupt eriüirt,aus sehr zarten und dünnen Stoffen gewebt se»n müsse. Alleinman darf nicht unterlassen hinzuzusehen, daß sein 19 schuhigesFernrohr von 11"/.» Zoll Oeffnung eine ganz außerordentlicheDeutlichkeit und Lichtstärke haben soll.
H. 82. (Abplattung des Mars.) Nicht minder zweifelhaftist man über die Abplattung dieses Planeten an seinen beidenPolen. Der ältere Herschel will das Verhältnis seiner beidenAren wie 15 zu 16 gefunden haben. Nach andern Beobachternist der Unterschied zwischen ihnen viel kleiner. Künstige Beob-achtungen mit ausgezeichneten Fernröhren werden uns darüber wohlbald mehr Gewißheit geben. An jedem dieser Pole bemerkt man einenrunden, blendend weißen Flecken (M. s. die Figur des Mars am Ende).Er verschwindet allmählig, wenn der Pol eine längere Zeit denSonnenstrahlen ausgesetzt ist, oder Sonnner hat, und er ist amgrößten und hellsten, wenn er eben aus der langen Nacht seinesPolarwiuters heraustritt. Man hat daraus mit vieler Wahrschein-lichkeit den Schluß gezogen, daß diese Flecken große Schneefeldersind. Sie scheinen selbst, wenn sie am größte» sind, über dieeigentliche Kugel des Planeten hervorzutreten, vielleicht weil sich inden Polen hohe Eisgebirge bilden, vielleicht auch in Folge derselbenoptischen Täuschung, nach welcher wir den beleuchteten Theil deSMondes immer als das Segment einer größern Kugel sehen,als den übrigen dunklen Theil. Diese Flecken lehrten uns auchdie Neigung des Aequators dieses Planeten gegen seine Bahnkennen. Sie beträgt 28° 42', ist also nicht sehr von unsererSchiefe der Ecliptik verschieden, daher auch die Abwechslung derJahreszeiten auf dem Mars nahe dieselben Erscheinungen zeigenwird, wie auf der Erde. Aber die Beleuchtung, welche Mars vonder Sonne erhält, ist nur die Hälfte von jener der Erde, da diesesich immer verhält, wie das Quadrat der Entfernung von demleuchtenden Körper. Diejenige Beleuchtung aber, welche die Erdevon dem geborgten Lichte des MarS erhält, ist gegen 9000 Mil-lionenmal schwächer, als das der Sonne, d. h. erst 9000 Millionendem MarS ähnliche und mit ihm gleich stark beleuchtete Kugeln