Venus.
Halbmesser voraus und wollte aus den Beobachtungen der Mond-finsternisse den Scbluß ziehen, daß die Parallaxe der Sonne nichtkleiner als drei Minuten styn könne. Kepler (gest. 1650) bemerktemit seinem gewohnlichen Scharfsinne, daß die Parallaxe des Marszur Zeit seiner Opposition, wie dieß aus Tpchv's Beobachtungenfolge, unmerklich ist, und daß also dasselbe in einem noch vielhöhern Grade von der Sonne gelten müsse. Mit den Instru-menten jener Zeit war eS schwer, sich der Große eines Winkelsbis auf eine und selbst bis auf zwei Minuten zu versichern. Jndeßnahm Kepler die Sonnenparallaxe gleich einer Minute, also nochimmer über siebenmal zu groß an.
Der erste, der uns eine der Wahrheit genäherte Kenntniß derSonnenparallaxe gab, ist Doin. Cassini. Auf seinen Vorschlagwurde Richer von der Pariser Acadeniie nach Cayenne geschickt,um dort die mittägige Hohe des Mars zu beobachten, währenddieselben Höhen in Paris von Picard und Römer beobachtet wur-den. Cassini schloß daraus die Parallaxe des Mars gleich 25 '/zSee., und dadurch war, mittels des dritten Gesetzes von Kepler,die der Sonne gleich 9'/-, See. gegeben, woraus also die Entfernungder Sonne chon der Erde gleich 21712 Erd-Halbmessern folgte. DieseBeobachtungen wurden im September des Jahrs 1K71 angestellt.In den folgenden Jahren fetzte Cassini diese Untersuchungen aufeinem anderen Wege fort, indem er die Differenz der Rectascen-sionen des Mars mit benachbarten Fixsternen sechs Stunde»vor, Und sechs Stunde» nach seiner Culmination verglich,eine Methode, die bereits oben (I. S. 151) näher angegebenworden ist. Cassini fand durch diese zweiten Beobachtungendas erste Resultat im Allgemeinen bestätiget. Noch besser eignetsich zu diesen Bestimmungen die Venus, da sie uns in ihren un-teren Conjunctionen noch beträchtlich näher koinmt, als Mars.Allein es ist schwer, die Mittagshöhe» der Venus zu dieser Zeitzu beobachten oder auch ihre Lage gegen benachbarte Fixsterne zubestimmen, da ihre Lichtphase sehr klein ist. Maraldi, Bianchiniund Lacaille beschäftigten sich anhaltend damit und Letzterer fandaus seine» Beobachtungen, die er i. I. 1751 am Vorgebirge derguten Hoffnung angestellt hatte, die Sonnenparallaxe gleich 10'/»