Merkur.
daher nur, wenn er ihr westlich steht, Manzens kurz rar Sonnen-aufgang ai» östlichen Himmel, und wenn er ihr östlich steht,Abends bald nach Sonnenuntergang am westlichen Himmel einigeZeit durch sichtbar, wa mau ihn daher immer in dem Dämmer-lichte der Sonne und nahe am Horizonte suchen muß. Manmöchte beinahe glauben, daß die alten Griechen viel bessere Augen,als wir gehabt haben, da sie diesen Planeten nicht nur so vstsehe», sondern ihn sogar fortgesetzt beobachten, und aus diese»Beobachtungen die Theorie seiner Bewegung ableiten kannten.Zwar sind die Tafeln desselben, wie sie uns Ptolemäus uberlieferthat, die unvollkommensten von allen seinen Planetentafeln, undder Fehler derselben geht, wenn man sie mit nnsern neuern Tafelnvergleicht, bis auf sieben volle Grade. Aber auch in diesem Zu-stande noch können sie als ein Beweis des Fleißes jener Astro-nomen betrachtet werden, die noch keine Fernröhre zu ihrem Gebothehatten, und gewiß nicht ohne lang fortgesetzte Beobachtungenauch nur die Bewegung dieses Gestirns erkennen konnten. Coper-nikus soll eS noch auf seinem Sterbebette betrauert haben, daß eri» seinem ganzen Leben den Merkur auch nicbt eiu einziges malgesehen hatte, so viel er sich auch darum bemükte. Möstlin, derLebrer des großen Kepler, sagte oft scherzend, daß dieser Planetnur da zu seyn scheine, um die Astronomen in ein schlechtes Lichtzu stellen, und Riccioli hielt den himmlischen Merkur für eben sounergründlich für die Astronomen, als den irdischen (daS Queck-silber) für die Chemiker und Alchimisten. Seit indeß die Fern-röhre entdeckt, und in nnsern Tagen auf einen so hohen Gradder Vollkommenheit gebracht worden sind, bat man weiter keineSchwierigkeit, ihn selbst um Mittag, und in einer sehr geringenEntfernung von der Sonne zu sehen. Oesters soll es sich jedochereignen, daß man ihn auch mit diesen Hülssmitteln zu einer Zeit,wo man ihn seiner Stellung gegen Erde und Sonne wegen, ainbesten sehen sollte, nur mit Mühe erkennen kann, und man glaubtdiese Sonderbarkeit dadurch zu erklären, daß einzelne Tbeile ssinerOberfläche das Licht der Sonne weniger gut reflectiren, als andere.
§. 44. (Größtes Licht Merkurs.) Wir Hecken bereits oben(I, §. 94) den scheinbaren Lauf dieses Planeten um die Sonne