338
zu welchem Ende die Schul-Deputation von Zeit zu Zeit über diese Anstalten Mit-theilungen einzieht.
Im Allgemeinen bemerken wir noch, daß im Jahre 1839 in den hiesigen jüdischenSchulen zusammen 23 jüdische Lehrer, unter welchen sich zugleich 8 Religionslchrerbefanden, und 2 Lehrerinnen, sowie 11 christliche Lehrer unterrichteten; ferner, daßder größere Theil der hiesigen jüdischen Kinder christliche Schulen und nur die klei-ncrc Hälfte jüdische Schulen besuchen. Nach den diesseitigen Ermittelungen betrugnämlich im Jahre 1839 die Zahl der hiesigen jüdischen Einwohner 9,928, und vondiesen schulpflichtige jüdische Kinder vom 9ten bis Ilten Jahre 991, davon besuchten
christliche Schulen "134
jüdische Schulen: Knaben 2791
Mädchen 112! ^
Privat-Unterricht erhielten 128
sind 991
Schluß.
Blicken wir am Ende dieses Berichts auf die Veränderungen zurück, die dasSchulwesen in dem Verlauf der Zeit, die unser Bericht umfaßt, erfahren hat, so kannes nicht entgehen, daß dasselbe völlig umgestaltet, wesentlich verbessert und dessen Ver-waltung in eine Bahn geleitet worden ist, auf der dasselbe fortschreitender Entwicke-lung entgegen geht.
Wenn früherhin der Jugcnduntcrricht, mit Ausnahme der gelehrten Schulen, hierfast gänzlich den Zufälligkeiten, denen Privatunternchmungcn nothwcndig ausgesetztsind, anHeim gegeben war, so tritt als der Grundgedanke, von dem alle Bestrebungender städtischen Behörden bei der Verbesserung ihres Schulwesens ausgegangen sind,die Ucberzcugung hervor, daß der Jugendunterricht, wie er eine gemeinsame, öffcnt-liche Sache ist, so auch nur in öffentlichen Schulen unter der Pflege und Obhutder Gesammthcit der Bürgerschaft und ihrer Verwaltung gedeihen könne. In diesemSinne haben die städtischen Behörden die Verbesserung ihres Schulwesens durch Er-richtung mehrerer öffentlichen Lehranstalten für jede Gattung von Schulen begonnenund begründet, und sind dem dadurch bezeichneten Ziele, so weit es die Mittel derCommune gestatteten, immer näher getreten, haben aber dabei zugleich eben so wohldie Interessen der bestehenden Privatschulcn möglichst zu schützen, als diese selbst zuregeln und ihre Lehreinrichtung zu verbessern gesucht. So befinden sich nunmehr be-reits mehr als ein Drittel sämmtlichcr, die hiesigen Schulen besuchenden Kinderin normalmäßig eingerichteten öffentlichen Lehranstalten. Diese selbst bilden ein,nach den verschiedenen Lebensaltern und Bcrufsarten der Schüler geregeltes Systemvon Schulen, an welches sich auch die Privatschulcn anschließen, die diesem Systemgemäß klassificirt und organisirt worden sind.
Wenn wir so mit Genugthuung auf die Verbesserung unseres Schulwesens Hin-blicken können, so verbergen wir uns doch nicht, daß dasselbe noch der steten Fortbil-dung seiner inncrn und äußern Verhältnisse gar sehr bedarf. Die städtischen Behördenfahren daher unablässig fort, durch Gründung neuer öffentlicher Schulen sowohl dasArmen-Schulwesen, als auch, wo das Bedürfniß hervortritt, das Bürger- und hö-here Schulwesen fester zu gestalten. Daß jene Verbesserungen des hiesigen Schul-wcscns nicht ohne vielfache Opfer durch die städtische Verwaltung herbeigeführt wer-den konnten, bedarf wohl kaum der besonderen Bemerkung. Die nachfolgende Uebcr-