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Eine große Nation sinkr nie so tief herab, daß nicht hie und da noch große Männerhervorragen, denen noch ganz die Weihe ihrer Voralrcrn zuerkannt werden muß. Alleinjene vermögen nicht, die alte Größe der Narion wieder herzustellen; denn dazu ist derbeträchtlichere Theil derselben nicht mehr fähig. Sie sind gleichsam das, was an einerRuine eines großen Monuments menschlicher Kunst und menschlichen Unternehmungsgeistesjenes hie und da aus den Trümmern hervorragende unverzchrte alte Gemäuer ist, aus des-sen unverstellten Zügen das Bild antiker Größe hervortritt, aus besten Contraste mit demUcbrigen, in das Formlose Zurückgeschleuderten, das Vergängliche alles Menschlichen sichausspricht.
§- Z75> Im orientalischen Reiche hatte sich ein Grad von Kleinheit und Erbärmlichkeit berge/stalt des Natioualcharaeters bemächtigt, daß es allen Unternehmungen an Zweckmäßigkeit gebrach;es entstanden Unruhen ohne Grund und StaatSumwälzungen ohne Zweck. Eine allgemein herrschendeAndächtclep erstickte allen Mttth, und lähmte das ganze Reich (S. 216.).
Streitigkeit und Gehässigkeit unter Rcligionssecten, herrschendes Mönchthum, ei» Mißvcrhält/niß unter der geistlichen und weltlichen Gewalt, eine unbegreifliche Wuth nach theologischen Spitz/findigkeiten, über deren Widerlegung oder Verthcidigung die dringendsten politischen Verfügungen ver/nachlässige wurden; kurz eine Menge von Umständen, welche als Resultate des Verfalles der Sittenund des Nationalcharaeters betrachtet werden können, waren die Ursachen des politischen Verfallesund endlich des Unterganges des orientalischen Reichs.
Daß dicß Reich, trotz aller seiner Schwächen und Gebrechen dennoch lange Zeit gegen so man/cherlcy Angriffe, namentlich gegen die tapfern von hohem Enthusiasmus begeisterten Araber, sicheine lange Zeit hindurch erhalten konnte; dieß liegt in mancherlei) Ursachen, wohin vorzüglich dieKreuzzüge, noch mehr aber das Verfahren der Araber selbst gerechnet werden müffen. Nachdemnämlich diese jenes Reich angegriffen und sich mehrerer Provinzen desselben bemächtigt hatten, strit/tcn sich ihre Heerführer um das Califat, und das Feuer ihres ursprünglichen Eifers brachte nunbloß mehr bürgerliche Uneinigkeiten unter ihnen hervor« Dieselben Araber, nachdem sie Persienerobert, und nachdem sie sich darein gcrheilt hatten, waren hicdurch so geschwächt worden, daß dieGriechen sich nicht mehr gcnöthigt sahen, ihre Hauptmacht an den Ufern des Euphratcs zu eonccn/trirc» (S. 217.).
In diesem Versahren der Araber erblickt man schon den Keim eines künftigen Unter-ganges, auch ihrer mit so viele Kraft und Energie gestifteten Staaten.
Analogie. Und so ist es überhaupt in der ganzen Natur. Die zerstörenden eineneue Schöpfung bildenden Kräfte tragen schon das Gepräge des künftigen Untergehens ihresWerkes mit sich. Sind auch die ersten Impulse heftig, beziehen sie sich auch anfangs