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läßt ßch muthmaßen, daß überhaupt das Nervensystem, namentlich aber der Stimmnerv«auf die Function des AthmenS einen verschiedenen Einfluß behaupten. Neuere B esuchehaben gezeigt, daß jede Trennung des Gehirns vom Rückenmark, ja selbst jede Afstzirungdes Gehirns sehr merklich aufs Athmen einwirken, so, daß man das Gehirn als das Pnn-cip des vitalen Athmens, und hiedurch, des mit thierischer Warme begleiteten allgemei-nen Blutumlaufs betrachten kann.
H. Da vy hat sehr interessante Versuche über das Ein-und Ausathmen verschiedenerGasarten sowohl in chemischer als physiologischer Hinsicht angestellt, mit vorzüglicher Rück-sicht aus das orydirte Stickgas.
Noch verdienen hier folgende Bemerkungen vonProut und Brodie kurz angeführtzu werden *). Beym Tage wird durchs Athmen mehr Kohlensaure als des Nachts er-zeugt. Nach Ausathmung von Kohlensaure über den Normalstand folgt Auöathmung vonKohlensäure unter dem Normalstande« Geistige Getränke, Thee, Opium vermindern die
Auöathmung von Kohlensäure; eben so der Schlaf, herabstimmende Leidenschaften ; dicß
Alles erklärt sich aus dem Einflüsse vorzüglich des Gehirns, aber auch der Nerven aufsAthmen. So wie das Gehirn und die Nerven aufs Athmen wirken, so äußert umgekehrtdas Athmen seinen Einfluß aus die Action des Gehirns und der Nerven, wie sich dießaus den Erscheinungen darthut, von welchen das Athmen verschiedener Gasarten begleitetwird. Der Einfluß des Gehirns scheint nicht unmittelbar nöthig zur Wirkung des Her-zens; wenn das Hirn in Unthätigkeit gesetzt, oder zugleich mit dem Kopfe ganz hinweg-genommen ist, so hört die Wirkung des Herzens bloß darum auf, weil die Respirationunter dem Einflüsse dieses Organs steht, dauert aber noch eine Zeit lang fort, wenn manunter diesen Umstanden eine künstliche Respiration bewirkt. Wird der Einfluß des Gehirnsunterdrückt, so scheint die Urinabsonderung gehemmt, und es entsteht keine thierische War-me, wenn gleich Respiration und Blutumlauf fortdauern, und die gewöhnlichen Verän-derungen in der Farbe des Arterien- und des Venen-Bluts sich fortwahrend in den Lun-gen zeigen. Wenn die eingearhmete Luft kalter ist als die natürliche Temperatur des Thie-reö: so ist die Wirkung der Respiration nicht Erhöhung, sondern Verminderung der thie-rischen Wärme.
§. Zag. Ein ahnlicher Proceß als jener des Athmens geht bey den Thieren an derganzen Oberfläche der Hauc vor sich; denn durch die Haukauvdünstung wird zum Theilauch das Sauerstoffgas aus der Atmosphäre in Kohlensaures Gas verwandelt -). Nicht
O Schweiggers Journal 1815. B. 15. H. 1.
*5) Die Lamau ?dünstung besteht aus Kohlensaurem cgase und aus wasserigten Theilen; sie darf mitdem schweiße niche verwechselt werden, welcher letztere seinem chemischen Verhalten nach viel ahn/nches mit dem Harne hat. (Trevirauus Biologie).