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;) Wird ein Salz z. B. Soda in Wasser aufgelöst, so ist bey irgend einem Tcm-peraturzustande der Barometerstand geringer, als wenn die Dämpfe sich aus dem reinenWasser entwickelt hätten.
2) Ja noch mehr. Gesetzt, es befände sich in in der torriccllischen Leere eines Baro-meters eine kleine Quantität Wassers, und über demselben befinden sich die bereits auf-gestiegenen Wasserdämpfe von einer bestimmten Temperatur und der sich darauf beziehen-den Expansivkraft; so wird die Expansivkraft dieser Dämpfe bey unveränderter Tempera-tur erniedrigt, wenn man ein Stückchen Soda in die Flüssigkeit bringt, in der sich das-selbe durch sein geringeres specisisches Gewicht längs der Quecksilbersäule erhebt, und dasWasser erreicht, ohne bis zu dessen Oberfläche zu gelangen, folglich, ohnemit dem Dampfe eine unmittelbare Berührung einzugehen.
Diese Erscheinungen lassen sich beyde, sowohl nach dem acomistischen Systeme, alsnach unserer Ansicht von der blmstimmung der Typen erklären. Vorzüglich gilt dieß vonder ersteren Erscheinung, bey welcher man annehmen kann; entweder, daß unter den sichberührenden kleinsten Theilchen des Wassers und des ausgelosten Salzes, eine (der Ca-pillarattraction ähnliche) Anziehung bestehe, wodurch die Expansion des Wärmestoffs ver-mindert wird; oder, daß das crystallinische Salz, am Wasser den Typus zur Solidifica-tion (zur Darstellung des festen Aggregatzustandes) auf einen Grad weckt, der zwar zuschwach ist, um eine Crystallisation zu bewirken, nichts desto weniger aber doch stark ge-nug ist, um sich einer dunstförmigen Expansion mit einer gewissen Stärke zu widerfetzen.
Weit schwerer wird es, die zweyte Erscheinung nach der atomistischen Lehre zu er-klär?», nach welcher die Wirkung sich doch nur auf die sich unmittelbar berührenden Mo-leküls bezieht; indem, ausser der allgemeinen Gravitation, welche hier nicht in Rechnungkommen kann, die durch Anziehung hervorgebrachten Wirkungen, blos in der nächstenUmgebung des anziehenden Punktes, vor sich gehn (wie dieß bey Erklärung der Capiilar-attraction, der chemischen Affinität u. s. w. angenommen wird u. s. w.) Dergleichenatomistische Erklärungöweisen passen sehr schlecht auf die zweyte Erscheinung, wo sich dieWirkung der Sodn bis auf die obersten Schichten des Wasserdampfes hin, erstreckt, wodoch die Soda nicht einmal die unterste Schichte des Wasserdunstcs berührt. Weit un-gezwungener erscheint hier die Erklärung, wenn wir bloö eine Umstimmung von Typenberücksichtigen. Wir betrachten diesem gemäß, die zweyte Erscheinung folgendermasscn:
Die Soda, das Wasser und der Dampf, sind drey Dinge, die unter einander inWechselwirkung stehen, nicht eben darum, weil eine mittelbare oder unmittelbare Berüh-rung statt findet, sondern weil sie gegen einander in jene Lage versetzt sind, in welcher einewechselseitige Einwirkung unter denselben statt finden kann. So wirkt ein Körper aufden andern, durch den Stoß, durch Berührung; so wirkt die Sonne auf den beleuchteten