432 A. Augustinus Bekenntnisse.
uns. Du aber, Herr! wirkest immerdar und ruhest im-merdar, und nimmer stehest du zu Zeiten, noch bewegstdu dich zu Zeiten, noch ruhest du zu Zeiten; und dochmachst du sowohl zeitliche Erscheinungen, als die Zeitenselbst, und die Ruhe aus der Zeit.
Wir also sehen diese Dinge, die du gemacht hast, weilsie sind; sie sind aber, weil du sie siehst. Und wir sehenausser uns, daß sie sind, und in unserm Innern, daß siegut sind; du aber sähest sie dort als bereits gemacht, wodu sie als noch zu machend sähest. Und wir wurden zueiner andern Zeit zum Gutes thun angeregt, nachdem un-ser Geist von deinem Geiste empfangen hatte; in frühererZeit aber wurden wir/ dich verlassend, zum Böses thunangeregt; du aber, höchster, einziger und guter Gott! hastnie aufgehört/Gutes zu thun. Und sind auch einige unse-rer Werke gut, durch deine Verleihung nämlich, so sind siegleichwohl nicht ewig; wir hoffen nach jenen in deiner gro-ßen Heiligung zu ruhen; du aber, o Gut! das keines Gu-tes bedürftig, ruhest immer, denn deine Ruhe bist du selbst.Dieses aber zu verstehen, welcher Mensch wird es einemMenschen verleihen? welcher Engel einem Engel? welcherEngel einem Menschen? Dich siehe man an, in dir sucheman, bei dir klopfe man an; wer also thut, der wird em-pfangen, der wird finden, und dem wird aufgethanwerden. Amen.
Münster, gedruckt bei Friedr. Rcgensberg.