428 A. Augustinus Bekenntnisse.
Dank dir, o Herr! wir sehen den Himmel unddie Erde, sei es den körperlichen obern und den unternTheil, sei es die geistige und körperliche Schöpfung:und in der wundervollen Ordnung dieser Theile, auswelchen das ganze Weltgcbäude, oder die sämmtlicheSchöpfung ganz und gar besteht, sehen wir das Lichtgeschaffen und geschieden von der Finsterniß. Wirsehen das Firmament des Himmels, jenes Vorzügli-chere im ganzen Weltgebäude, das zwischen den geisti-gen höheren, und den körperlichen niederen Gewässernbegründet ist; oder auch diesen Luftraum, da auch die-ser Himmel genannt wird, durch welchen die Vögeldes Himmels umherfliegen, zwischen den Gewässern,welche Dunstweise über ihnen schweben und auch beiheitern Nachten thauen, und jenen, die schwerer ausder Erde fließen. Wir sehen die versammelten Massender Gewässer in den Räumen , des Meeres; und dietrockne Erde entweder nackt, oder gebildet, damit siesichtbar und geordnet werde; auch den Stoff der Krau-ter und Baume. Wir sehen Lichter oberwärts schei-nen, die Sonne dem Tage genügen, den Mond unddie Sterne die Nacht trösten, und durch alles diesesdie Zeiten bezeichnet, und ausgedrückt. Wir sehen dieüberall befeuchtete Natur fruchtbar an Fischen, Thicrenund Vögeln; und daß die Luftmasse, welche den Flugder Vögel tragt, durch die Ausdünstung der Gewässersich verdichtet. Wir sehen, wie die Oberfläche der Erdemit Thieren sich ziert, und wie der Mensch, nach dei-nem Ebenbilde und deiner Ähnlichkeit erschaffen, allenvernunftlosen Thieren, durch dein Ebenbild und deine