414 A. Augustinus Bekenntnisse.
ist. — Ohne diesen aber "erkennt der Mensch, der inEhre ist, nicht-, und gleicht den unvernünftigen Thic-ren, und wird ihnen ahnlich.» Daher, unser Gott!gibt es in deiner Kirche vermöge der Gnade, die duihm verliehen, «denn deine Schöpfung sind wir, ge-schaffen zu guten Werken» nicht nur solche, die geistigeVorsteher, sondern auch solche, die der Vorsteher gei-stige Untergebene sind. Denn »einen Mann und einWeib erschufest du den Menschen,» auf diese Weise,in deiner geistigen Gnade, vor welcher nach körperli-chem Geschlechte »weder mänlich, noch weiblich gilt; —weil weder Jude noch Grieche, weder Freier nochKnecht.» Die Geistigen also, seien es Vorsteher, seienes Untergebene, urtheilen geistiger Weise: nicht aberüber die geistigen Kenntnisse, die an dem Firmamenteleuchten; denn unziemlich wäre es, über so ein erhab-nes Ansehen urlheilen zu wollen, wie auch über deinBuch, wenn auch in demselben etwas dunkel wäre;denn wir unterwerfen ihm unfern Verstand, und hal-ten für unbezweifelt, daß auch das, was darin unsermBlicke verborgen ist, recht und wahr gesagt sei. Dennalso muß der Mensch, obgleich er bereits geistig underneuert ist in der Erkenntniß Gottes nach dem Bildedessen, der ihn erschuf, nur Thäter des Gesetzes nichtRichter sein. Auch urtheilt er nicht über jenen Unter-schied, der zwischen geistigen und fleischlichen Menschenbesteht, die deinen Augen, o Gott, bekannt, uns abernoch nicht aus ihren Werken offenbar geworden sind,so daß wir sie aus ihren Früchten erkennen könnten;du aber, o Herr! kennst sie bereits, und sondertest sie,