390 A. Augustinus Bekenntnisse.
Eitles lehre; verscheuche seine Finsternisse und sagemir, bei der mütterlichen Liebe beschwöre ich dich,) sagemir, was war die Ursache, daß nach Erwähnung desHimmels, und der noch unsichtbaren und ungeordnetenErde, und der Finsternisse über dem Abgrunde, erstdann deine Schrift deines Geistes erwähnte? Etwadarum, weil er als überschwebcnd sollte angezeigtwerden, und dieses nicht eher gesagt werden konnte,bevor dessen nicht gedacht war, wdrüber man deinenGeist als schwebend erkennen könne? Denn wederschwebte er über dem Vater, noch über dem Sohne;und man kann auch in Wahrheit nicht sagen, erschwebte über etwas, wenn er über keinem Dinge ichwebte.Zuvörderst mußte also genannt werden, worüber erschwebte, und dann derjenige, welcher nicht andersals überschwebend sollte angezeigt werden. Warumaber sollte er nicht anders, als überschwebend ange-zeigt werden?
Von diesem Standpunkte aus folge, wer es mitseinem Verstände vermag, deinem Apostel, der spricht:--Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen,durch den h. Geist, der uns gegeben ist»; der uns dasGeistige lehrt, uns den überaus erhabenen Weg der Liebezeigt, und die Knie für uns zu dir beugt, damit wir dieüberaus erhabene Wissenschaft der Liebe Christi kennen.Deswegen schwebte er vom Anbeginn überaus erhabenüber den Gewässern. Wem sage ich dieses? Wie sollich reden von dem Hinabdrücken der Begierlichkeit inden jähen Abgrund und dem Emporheben der Liebedurch deinen Geist, welcher über den Gewässern schwebte!