Druckschrift 
Bekenntnisse
Entstehung
Seite
389
Einzelbild herunterladen
 

Dreizehntes Buch.

ZW

Leben, dem leben und glückselig leben nicht eins ist,weil es auch umhertreibend in seiner Finsterniß lebt.Sich hinwenden soll es jedoch zu dem, von welchemes erschaffen ward, und immcrmehr beim Quell desLebens leben, das Licht in seinem Lichte sehen, undvervollkommnet, erleuchtet, und besceligt werden.

Sieh, wie in einem Nathscl erscheint mir dieDreieinigkeit, die du, mein Gott, bist. Denn du,Vater, hast im Anfange, welcher deine von dir erzeugte,dir gleiche, und gleichewige Weisheit ist, das heißt:in deinem Sohne Himmel und Erde geschaffen. Undvieles sprachen wir vom Himmel des Himmels undvon der unsichtbaren und ungeordneten Erde und vondem flüstern Abgrunde, das ist, von den Jrrsalen undMangeln der Gestaltlosigkeit, worin jene geistigen We-sen noch schwebten, wären sie nicht gewendet wordenzu dem, von welchem sie dies unvollkommne Lebenerhalten hatten, und wäre dies nicht, kraft der Erleuch-tung überaus herrlich, und ein Himmel des Himmelsgeworden, der nachher zwischen Gewässern und Gewäs-sern gemacht ist; und so erkannte ich schon den Vater indem Namen Gottes, der da schuf; und den Sohn indem Namen des Anfangs, in welchem er schuf; undmeinen Gott dreieinig glaubend, wie ich ihn glaubte,forschte ich in seinen heiligen Aussprüchen, und sieh:«Dein Geist schwebte über den Gewässern.» Sieh, hierdie Dreieinigkeit, mein Gott! Vater, Sohn und heili-ger Geist! der Schöpfer alles Erschaffenen.

Was war aber die Ursache, o Wahrheit redendesLicht! (dir nähere ich mein Herz, damit es mich nicht