383 A. Augustinus Bekenntnisse.
hat es, als es schon war, um dich verdient, daßes erleuchtet würde. Doch seine Unvollkommenheitwürde dir nicht gefallen, wenn es nicht Acht würde:nicht durch sein eigenes Licht, sondern durch Anschauungdes erleuchtenden Lichts, und dadurch, daß es demsel-ben anhinge; auf daß es, sowohl daß es lebt, alsdaß es glückselig lebt, nur allein deiner Gnade ver-dankt, indem es durch eine Umwandlung zum Bes-sern, zu dem sich hinwendete, was nimmermehr inBesseres, noch in Schlechteres verwandelt werden kann;was allein du bist, weil du allein eigentlich bist, undfür den leben und glückselig leben eins ist, da du deineGlückseligkeit selbst bist.
Was möchte dir daher an dem Gute, was dudir bist, mangeln, wenn auch jene Dinge entweder ganzund gar Nichts wären, oder gestaltlos verblieben, diedu nicht aus Bcdürfniß, sondern aus der Fülle deinerGüte erschufest, und die du ordnetest, und mit Gestal-ten betheiltest; nicht darum jedoch, als ob deine Freudedurch sie ergänzt würde? Denn dir dem Vollkomme-nem mißfallt ihre Unvollkommenheit, und darum voll-endest du sie, damit sie dir gefallen: nicht aber, als obdu, gleichsam unvollkommen, durch ihre Vollkommenheitsolltest vollendet werden.
Denn dein guter Geist schwebte über denGewässern. Nicht sie trugen ihn, als ruhete er aufihnen: denn von welchen man sagt, daß dein guter Geistauf ihnen ruhe, diese läßt er in sich ruhen. Es schwebteaber dein unvergänglicher und unveränderlicher, sich insich selbst genügender, Wille über dem von dir gemachten